, June 20, 2019

Im April geriet der ehemalige Manchester United Spieler Paul Scholes (37) unfreiwillig negativ in die Schlagzeilen. Die englische Football Association (FA) hatte ihm vorgeworfen, über Jahre illegale Sportwetten platziert zu haben. Nachdem der Ex-Mittelfeldspieler jetzt eine Geldstrafe von 8.000 GBP erhielt, äußerte auch er sich nun auch öffentlich in der Sache.

 

Von Paddy Power Betfair angeschwärzt

Heute vor einer Woche fand in den Räumen der Sports Resolution Ltd. die offizielle Anhörung von Paul Scholes statt, welche auf dessen eigenen Wunsch hin von der FA organisiert und durchgeführt worden sei.

 

Der ehemalige Fußballer und Salford-Manager sollte so die Chance erhalten, sich ein letztes Mal in der Angelegenheit der illegal platzierten Fußballwetten zu äußern. Am gestrigen Mittwoch veröffentlichte die FA auf ihrer Website sämtliche Details.

 

Paul Scholes 2008

Scholes – eine grandiose Karriere bei Manchester United (Bild: Wikimedia)

Scholes hätte während seiner Zeit als Manager des Viertligisten Salford City insgesamt 140 Fußballwetten bei verschiedenen Online Buchmachern getätigt. So hätte er im Zeitraum vom 17. August 2015 bis 12. Januar 2019 insgesamt 26.159 GBP (29.468 Euro) gesetzt und Gewinne im Wert von 5.831 GBP (6.568 Euro) erzielt.

 

Die FA sei auf seine Wettgeschäfte aufmerksam geworden, nachdem der Online Buchmacher Paddy Power Betfair sie kontaktiert habe. Dort hätte Scholes ein aktives Kundenkonto gehabt, dessen Aktivitäten der Buchmacher der FA zur Einsicht übergeben habe.

 

Paddy Power Betfair habe dabei sowohl die FA als auch Scholes darauf hingewiesen, dass die platzierten Wetten möglicherweise gegen die Regeln der FA verstoßen könnten. Die FA habe dieser Einschätzung unmittelbar zugestimmt, da Scholes zum Zeitraum der Wetten ein offizieller Mitarbeiter im FA Fußball gewesen sei.

 

Für die FA Mitarbeiter sind gemäß Regel E8(1)(a) des offiziellen FA Regelwerkes Sportwetten, wie jene, die von Scholes platziert wurden, verboten. Dort heißt es nämlich:

Ein Beteiligter darf weder direkt noch indirekt auf das Ergebnis, den Fortschritt, die Spielführung oder irgendeinen anderen Aspekt oder eine andere Gegebenheit wetten, die im Zusammenhang mit einem Fußballspiel oder einem Turnier stehen.

Die FA kontaktierte daraufhin alle anderen in Großbritannien lizensierten Buchmacher, um sich ebenfalls nach potentiellen Wettaktivitäten Scholes‘ zu erkundigen. Dabei habe sich ergeben, dass der 37-Jährige auch bei Online Buchmacher Bet365 gewettet habe.

 

17 problematische Wetten

Zu seinem eigenen Glück habe der vermeintlich unwissende Wetter keine Sportwetten auf seinen eigenen Club, den FC Salford City, platziert. Allerdings habe es durchaus Wetten auf Spiele gegeben, mit denen Scholes in direkter oder indirekter Verbindung gestanden habe.

 

So habe er vor allem Wetten auf verschiedene Spiele von Manchester United, dem Club, in welchem er den Großteil seiner erfolgreichen Karriere verbrachte, platziert. Konkret sei es dabei um acht Wetten auf Spiele gegangen, in welche seine Kollegen Ryan Giggs (Ex-MU-Manager) und Nicky Butt (Ex-MU-Spieler) involviert gewesen seien.

 

FA Cup Pokal

Scholes hatte auf Spiele des FA Cups gewettet (Bild: Wikimedia)

Aus ähnlichen Gründen verboten gewesen sei auch eine Wette auf ein Spiel zwischen Valencia und Barcelona. Zum Zeitpunkt des Spieles hätten nämlich Gary und Philip Neville, Partner des FC Salfords und Freunde von Scholes, beim FC Valencia gearbeitet.

 

Weitere acht Wetten seien als illegal erklärt worden, da diese auf Spiele des FA Cups gesetzt worden seien, an welchem der FC Salford in jener Saison teilgenommen habe.

 

Zwar seien die Wetten nicht auf das eigene Team und erst nach dessen Ausscheiden aus dem Turnier platziert worden, doch habe sich dieser Umstand nur mildernd auf das endgültige Urteil ausgewirkt.

 

Unter Berücksichtigung der Wetten, der Umstände und der Kooperation von Scholes habe die FA entschieden, dem ehemaligen Fußballer neben einer offiziellen Verwarnung eine Geldstrafe von 8.000 GBP zu verhängen. Des Weiteren müsse er die Kosten für die private Anhörung tragen (1.800 GBP).

 

Eine aufrichtige Entschuldigung

Nachdem die FA am Mittwoch sämtliche Details [Seite auf Englisch] veröffentlichte, äußerte sich auch Paul Scholes in einem persönlichen Statement erneut öffentlich in der Angelegenheit.

Ich akzeptiere die Entscheidung von letzter Woche. Ich möchte mich gern entschuldigen und ich verstehe und erkenne die Strafe, die mir die FA auferlegt hat, vollständig an. Es war ein echter Fehler meinerseits, den ich mit keinerlei Absicht, die Regeln zu brechen, begangen habe.

Scholes betonte des Weiteren, sich nicht über die genauen Regeln im Klaren gewesen zu sein. Er habe zwar gewusst, dass er nicht auf Spiele des eigenen Teams wetten dürfe, aber das Ausmaß der FA Regeln nicht gekannt.

 

Er lenkte jedoch ein, dass er sich angesichts seiner Position selbst hätte informieren müssen, ob seine Sportwettenaktivitäten legal waren. Er werde einen derartigen Fehler kein weiteres Mal begehen.

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