Mittwoch, 05. Oktober 2022

Schottland: Glücksspieler verklagt Ladbrokes auf 3,3 Millionen GBP

Ein Glücksspieler aus Aberdeen, Schottland, verklagt den britischen Sportwetten-Anbieter Ladbrokes auf 3,3 Millionen GBP (rund 3,6 Millionen Euro), nachdem er über Jahre hinweg hohe Beträge in Sportwetten investiert und verloren hat. Wie die Scottish Sun [Seite auf Englisch] am Mittwoch berichtet hat, habe der 57-jährige Terry Allan die Wetten telefonisch von seinem spanischen Feriensitz aus in Auftrag gegeben. Da Ladbrokes über keine Lizenz für Wetten in Spanien verfüge, seien diese illegal gewesen.

Der aktuelle Fall ist nicht das erste Mal, dass sich der britische Buchmacher mit Anschuldigungen konfrontiert sieht. Erst im Februar waren Vorwürfe bekannt geworden, nach denen Ladbrokes sich die Verschwiegenheit eines spielsüchtigen VIP-Wettkunden aus Dubai erkauft haben soll. Der Wettanbieter soll den Kunden animiert haben, immer höhere Wetten zu platzieren, obwohl dies in Dubai unter Strafe steht. Um die Wetten zu finanzieren habe der Mann Gelder unterschlagen, die er schließlich von Ladbrokes einfordern wollte.

Wetten in Höhe von 400.000 GBP pro Woche

Die betreffenden Wetten habe Allan zwischen 2011 und 2019 abgegeben. Zwischen 2014 und 2018 hätten seine wöchentlichen Einsätze bei durchschnittlich 400.000 GBP gelegen, so sein Anwalt Thomas Hulme.

Für die Jahre 2016 bis 2018 fordere er nun eine Erstattung in Höhe von 3.368.531,61 GBP. Er plane zudem, Forderungen für die Jahre 2014 und 2015 zu stellen. Diese müssten jedoch noch berechnet werden.

Zusätzlich zu den Erstattungsforderungen verlange der Kläger Zinsen in Höhe von acht Prozent. Die Gewinne, die aus den Wetten entstanden seien, wolle Allan hingegen einbehalten.

Ladbrokes reagierte mit einer Kampfansage auf die Klage:

Wir sind der Auffassung, dass die Forderung unbegründet ist und werden uns mit allen Mitteln verteidigen.

War Ladbrokes Allans Aufenthaltsort bekannt?

Der Chef einer Jobvermittlungsagentur im Energie-Sektor habe

über eine persönliche Hotline verfügt, über die er seine Wetten in einer kleinen Ladbrokes-Filiale in Aberdeen in Auftrag gegeben haben soll.

Die Mitarbeiter der Filiale habe er über seinen Aufenthaltsort aufgeklärt, indem er ihnen von seinen Reisen in Südspanien berichtet habe. Gemäß der Klageschrift habe der Wettanbieter seine Angestellten jedoch angewiesen, über diese Information hinwegzusehen.

Den Gerichtsunterlagen des High Courts in London zufolge habe Allan zudem eine persönliche Beziehung zum Management von Ladbrokes unterhalten und sei regelmäßig eingeladen worden, unter anderem zu Golf-Ausflügen in Spanien.

Den Managern sei sein Aufenthaltsort demnach wohl bekannt gewesen, so der Kläger. Es bleibt nun abzuwarten, ob das Gericht diese Ansicht unterstützen wird.