, 09.06.2021

Die interkantonale Geldspielaufsicht der Schweiz (Gespa) hat ihren Jahresbericht und die Gross- und Kleinspielstatistik für das Jahr 2020 veröffentlicht. Im Durchschnitt, so die Stelle, die bis zum Jahreswechsel als interkantonale Lotterie- und Wettkommission (Comlot) firmierte, habe jeder Einwohner der Schweiz 115 CHF bei interkantonal, automatisiert oder online durchgeführten Lotterien und Sportwetten verloren.

 

Aus Comlot wurde Gespa

 

Mit dem Inkrafttreten des gesamtschweizerische Geldspielkonkordats (GSK) am 1. Januar 2021 gingen alle Aufgaben und Pflichten der kantonsübergreifenden Comlot auf die Gespa über. Mit der Veröffentlichung der Zahlen des Jahres 2020 der Vorgängerin, finde der Prozess nun ein Ende, so die Aufsichtsbehörde:

Die Umwandlung führt zu Veränderungen bei den Zuständigkeiten und bedingt organisatorische Anpassungen, welche im Berichtsjahr vorzubereiten waren. Mit dem vorliegenden Jahresbericht wird das Kapitel “Comlot” abgeschlossen. Die Gespa freut sich auf die Weiterführung der Aufsichtstätigkeiten auf der Grundlage modernisierter, zeitgemässer Grundlagen.

Unter anderem widmet sich die Gespa dem Schutz des Schweizer Online-Glücksspielmarktes vor illegalen Angeboten. Wie der Jahresbericht darlegt, sei dies 2020 auch der Comlot im Rahmen ihrer Möglichkeiten „ohne Zwischenfälle“ gelungen. So habe die Aufsicht 141 Domains mit Online-Zugangssperren versehen.

 

Pandemie-bedingtes Minus bei Lotterieanbietern

 

Laut Gross- und Kleinspielstatistik 2020 erzielten die Lotterieanbieter Swisslos und Loterie Romande durch Sportwetten und Lotterien einen Reingewinn von 654 Mio. CHF. Der Umsatz bei den Grossspielen habe mit 2,9 Mrd. CHF rund 5 % unter dem des Vorjahres gelegen. Auch der Bruttospielertrag sei um 0,6 % auf 992,8 Mio. CHF gesunken. Das Minus sei laut Gespa aller Wahrscheinlichkeit nach der Pandemie geschuldet.

Die Glücksspielgesetzgebung der Schweiz unterscheidet zwischen Spielbankenspielen, Grossspielen und Kleinspielen. Erstere dürfen ausschließlich in konzessionierten Spielbanken betrieben werden. Auch Online-Casinospiele dürfen ausschließlich von hierfür lizenzierten schweizerischen Spielbankbetreibern angeboten werden.

 

Grossspiele werden ausschließlich von den Lotteriebetreibern Swisslos und Loterie Romande angeboten. Eine Ausnahme hierzu bilden Spielautomaten, die einer besonderen Lizenz bedürfen. Zu den Grossspielen zählen nationale und internationale Lotterieangebote und Sportwetten sowie diverse Los-Spiele.

 

Als Kleinspiele gelten Kleinlotterien wie Tombolas, lokale Sportwetten und kleine Pokerturniere, die beispielsweise von Vereinen organisiert werden. Die Einnahmen müssen gemeinnützigen Zwecken zugutekommen.

Betroffen vom Rückgang seien insbesondere die Angebote der Loterie Romande gewesen, deren elektronische Lotterieautomaten in vielen Gaststätten zu finden sind. Swisslos hingegen habe teils sogar Zuwächse verzeichnen können. Beide Anbieter hätten deutliche Zunahmen im Online-Bereich registriert, die die Ausfälle des terrestrischen Angebots jedoch nicht hätten ausgleichen können.

 

Runtergerechnet habe jeder Einwohner der Schweiz im vergangenen Jahr 330 CHF für das Grossspiel abzüglich Geschicklichkeitsspiele ausgegeben. Pro Kopf seien hierbei im Durchschnitt 215 CHF an Gewinnen ausgeschüttet worden. So ergebe sich eine theoretische Nettoausgabe von 115 CHF pro Person.

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