, 26.05.2021

Die monatelangen Corona-bedingten Schließungen haben den 21 konzessionierten Spielbanken der Schweiz 2020 hohe Umsatzeinbrüche eingebracht. Schweizer Medienberichten zufolge konnten einige von ihnen die Krise jedoch dank ihrer zusätzlichen Online-Casino-Geschäfte gut meistern. Wie das Finanznachrichtenportal Schweizeraktien.net am Dienstag berichtete, hätten die Schweizer Spielbanken im letzten Jahr Einnahmerückgänge von durchschnittlich 40 % verzeichnet.

 

Während Swiss Casinos mit seinen vier Standorten Zürich, Pfäffikon, St. Gallen und Schaffhausen mit seinen Einbußen genau im Durchschnitt gelegen habe, habe die Spielbank Interlaken 50 % ihrer Einnahmen eingebüßt. Bei den Casinos Bern, Baden und Luzern hingegen seien es lediglich zwischen 32 und 39 % gewesen.

Mit dem am 1. Januar 2019 in Kraft getretenen Geldspielgesetz war es den Schweizer Spielbanken erstmals möglich, sich um eine Zusatzkonzession für Online-Glücksspiele zu bewerben. Seither haben neun Casinos diese erhalten: die Spielbanken in Baden, Luzern, Pfäffikon, Davos, Interlaken, Bern, Meyrin, Lugano und Neuchâtel. Mit Ausnahme des Letztgenannten haben diese Spielbanken ihre Online-Casinos bereits in Betrieb genommen.

Die acht Online-Casinos der Schweiz hätten einen Großteil der Einbußen jedoch abfangen können. Zusammen hätten sie 187 Mio. CHF Umsatz generiert. 70 Mio. CHF seien allein auf den Marktführer gefallen, die Grand Casino Luzern Gruppe, die die Online-Glücksspiel-Plattform mycasino.ch betreibt.

 

Swiss Casinos hätten 56 Mio. CHF Umsatz aus dem Online-Glücksspiel generiert und das Jahr mit einem Reingewinn von 1,5 Mio. CHF abschließen können. Die Stadtcasino Baden Gruppe habe mit jackpots.ch und casino777.ch insgesamt 46 Mio. CHF generiert und das Jahr sogar mit einem Plus von 3,9 Mio. CHF beenden können. Die restlichen Spielbanken mit Online-Zusatzkonzession hätten ihre Verluste immerhin stark eindämmen können.

 

Casinò di Lugano trotz Schließungen produktiv

Dass die Zukunft der Schweizer Spielbanken vermehrt im Online-Glücksspiel liegt, schätzt auch das Casinò di Lugano, eine der drei Spielbanken im vorwiegend italienischsprachigen Kanton Tessin. Nachdem die Spielbank bereits Ende April 2020 die nötige Konzession erhalten hatte, ging ihr Internet-Casino swiss4win.ch im März dieses Jahres online.

 

Das Jahr 2020 habe das Casinò Lugano jedoch auch ohne sein neues Online-Casino „sinnvoll genutzt“, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Pressestatement. Obwohl das Casino über viele Monate keine Besucher habe empfangen können, sei im Hintergrund permanent hart gearbeitet worden.

Das Casino hat die Zwangspause zu nutzen gewusst, um wichtige Projekte […] voranzutreiben:  den Launch der Online-Glücksspiel-Plattform swiss4win.ch, die Renovierung der Eingangsbereiche und inneren Räumlichkeiten der Spielbank, die Verbesserung von Arbeitsabläufen und die Schaffung von Räumlichkeiten und Dienstleistungen, die das Wohlergehen unserer Mitarbeiter garantieren sollen.

Die Geschäftszahlen seien in vielen Bereichen zwar stark eingebrochen (47 % weniger Besucher, 42 % weniger Spielerlös), das Casino habe aber weiterhin seine sozialen Abgaben leisten und alle Mitarbeiter voll bezahlen können.

 

Das Casino habe sich in diesem Zusammenhang große multinationale Konzerne zum Vorbild genommen und wolle auch künftig einen stärkeren Fokus auf die persönliche und professionelle Qualifikation und das Wachstum seiner Angestellten legen.

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