, 19.05.2021

Die Schweizer Stadtcasino Baden AG, die Betreiberin des Grand Casinos in Baden und des Casinos Davos, hat im Geschäftsjahr 2020 trotz der Corona-Pandemie einen Gewinn von 3,9 Mio. CHF (3,55 Mio. Euro) erwirtschaftet. Der Bruttoumsatz habe mit 105 Mio. CHF (95,64 Mio. Euro) 11 % höher gelegen als 2019, berichtete der ISA-Guide am Dienstag.

 

Das Ergebnis sei insbesondere der guten Performance der Online-Glücksspiel-Plattformen jackpots.ch und casino777.ch zu verdanken, die im Jahre 2019 an den Start gingen.

 

Das EBIT (earnings before interest and taxes, Deutsch: Gewinn vor Zinsen und Steuern) sei mit dem der terrestrischen Casinos vergleichbar, erklärt das Unternehmen in seinem Geschäftsbericht.

 

Es lasse sich allerdings nicht beziffern, welcher Anteil der Wachstumsraten auf die Pandemie zurückgehe und welcher schlicht der wachsenden Bekanntheit der Online-Glücksspiel-Angebote geschuldet sei, kommentiert Verwaltungsratspräsident Jürg Altorfer die Resultate.

 

Dennoch seien die Online-Casinos bereits im ersten vollen Betriebsjahr zu einem wichtigen Ertragspfeiler geworden. Damit hätten die Verluste durch die Schließung der Spielbanken in Baden und Davos zum Großteil kompensiert werden können.

Trotz des Erfolgs der Online-Sparte habe das unerwartete schnelle Wachstum auch einige Baustellen zutage gefördert. Durch Fehler beim Software-Update seien Abbuchungen von PostFinance-Konten nach der Einzahlung der Spieler auf die Casino-Accounts erst verspätet durchgeführt worden.

 

Zahlreiche Spieler hätten dadurch angenommen, über mehr Geld zu verfügen als tatsächlich auf ihren Konten gewesen sei. Dies habe die Folge gehabt, dass viele Kunden ihre Konten überzogen hätten.

 

Der Vorfall habe beide Online-Plattformen betroffen und habe schließlich zu Abklärungsverfahren seitens der Eidgenössischen Spielbankenkommission (ESBK) geführt. Zwar sei der Fehler schnell behoben worden, doch die ESBK habe eine Strafe in Höhe von 2 Mio. CHF verhängt.

Blick in die Zukunft: Großes Wachstumspotenzial für Online-Glücksspiel

Im Hinblick auf das Geschäftsjahr 2021 und darüber hinaus wolle die Gruppe auch über die Landesgrenzen hinausschauen. Chancen sehe das Unternehmen insbesondere in Märkten, wo klassische Casinobetreiber vor der Herausforderung stünden, ins Online-Geschäft einzusteigen.

 

Marcel Tobler, Chief Strategy Officer der Stadtcasino Baden Gruppe, erklärt:

Die Casino-Landschaft ist gleich in mehreren Ländern im Aufbruch, zum Beispiel in Deutschland und den Niederlanden. In beiden Märkten werden die Regeln neu definiert und Online-Casinos demnächst offiziell zugelassen. Allerdings stark reguliert, nicht viel anders, als es in der Schweiz heute schon der Fall ist.

2020 sei ein turbulentes Jahr für die Stadtcasino Baden Gruppe gewesen, sagt Altorfer. Es sei viel erreicht worden, aber es gebe noch vieles zu tun.

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