, January 9, 2019

In Kambodscha ist es im Genting Crown Casino zu einem Brand gekommen, bei dem mindestens sechs Menschen verletzt wurden. Das Casino, das sich in einem Hochhaus mit 18 Stockwerken befindet, wurde erst vor Kurzem eröffnet.

 

Kabelbrand als mögliche Ursache für das Feuer

 

Poipet

In Poipet, an der Grenze zu Thailand, befinden sich viele Casinos. (Bild: Wikipedia)

Laut Tageszeitung The Nation handelt es sich bei dem vom Brand betroffenen Casino um das Genting Crown Casino, die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua (Seite auf Englisch) nannte hinsichtlich des Vorfalls jedoch auch den Namen „Golden Casino“. Das 18-stöckige Casino-Hochhaus befindet sich der Stadt Poipet in der Provinz Bantey Meanchey an der Grenze zu Thailand.

 

Das Feuer soll nach Angaben eines Polizeibeamten gegrm 21:30 Uhr am Fahrstuhl ausgebrochen sein und soll sich vom vierten Stock schnell bis in die 13. Etage ausgebreitet haben. Ein Schaden an der Elektrik wird für den Brand verantwortlich gemacht, der nach Polizeiangaben gegen 2:00 Uhr morgens gelöscht werden konnte. Zum Einsatz kamen hierbei zehn Feuerwehrfahrzeuge, von denen drei dem Casino selbst gehörten.

 

Der Polizeibeamte führte aus:

„Niemand starb in den Flammen. Allerdings wurden sechs Menschen durch das Einatmen von Rauch verletzt, während sie im Fahrstuhl eingeschlossen waren.“

Er ergänzte, dass die Opfer keine körperlichen Verletzungen, aber aufgrund der Rauchgasinhalation Schwierigkeiten mit der Atmung hätten und in einem nahegelegenen Krankenhaus behandelt werden müssten. Fünf der sechs Betroffenen sind Kambodschaner, einer kommt aus China.

 

Da das Glücksspiel in China nicht erlaubt ist, suchen viele Spieler ihr Glück in Kambodscha. Den Kambodschanern selbst jedoch ist das Glücksspiel in ihrem Land untersagt.

 

Boomendes Glücksspiel in Kambodscha

 

In der Region Bantey Meanchey, aber auch im restlichen Kambodscha, boomt der Casino-Bau. So stieg die Anzahl an vergebenen Lizenzen für Casinos nach Angaben des kambodschanischen Finanzministeriums im vergangenen Jahr auf 150 an. Im Jahr 2017 waren erst 98 Casinos registriert.

 

Sihanoukville

In Sihanoukville boomt der Tourismus und die Anzahl der Casinos steigt. (Bild: Pixabay)

Sprecher Ros Phirun teilte der Phnom Penh Post mit, dass die Regierung mit Steuereinnahmen von 56 Millionen US-Dollar im Jahr 2018 gerechnet hätten. Das wäre das Doppelte der Einnahmen aus dem Jahr 2014. Weiterhin führte Phirun aus, dass die neue Glücksspielgesetzgebung vorangetrieben werden soll und damit noch höhere Erträge erwartet werden.

 

Derzeit zahlen Glücksbetreiber für die Lizenz jährlich 40.000 US-Dollar. Allein in der Provinz Sihanoukville gibt es 88 lizensierte Casinos. Sie sind Resultat des massiven Zustroms von chinesischen Unternehmen. Den Kambodschanern dagegen bleibt der Zugang zum Markt aufgrund der bestehenden Gesetzeslage verwehrt.

Die Provinz Sihanoukville

 

Die Provinz Sihanoukville liegt an der Südküste von Kambodscha. Provinzhauptstadt ist die gleichnamige Hafenstadt Sihanoukville, die vor allem aufgrund ihrer sauberen Strände und der der Küste vorgelagerten Inseln bei Touristen beliebt ist. Mit rund 90.000 Einwohnern ist Sihanoukville die fünftgrößte Stadt von Kambodscha.

 

Wirtschaftlich ist für die Region der Tourismus von zunehmender Bedeutung. Einst galt Sihanoukville als absoluter Geheimtipp für Rucksacktouristen. Mittlerweile wurden ganze Strandabschnitte planiert und in Casinos sowie Luxushotels verwandelt. Zu den neuesten der Casinos gehören beispielsweise das Oriental Pearl und das New MGM. In ein modernes Glücksspiel-Paradies verwandelt, hat Sihanoukville auch den Spitznamen Khmer-Las Vegas erhalten.

In Sihanoukville hat nicht nur die Anzahl an lizensierten Casinos, sondern mit ihnen auch die Zahl der chinesischen Investoren und Arbeiter im Land zugenommen. Der Gouverneur der Provinz, Yun Min, äußert sich besorgt, was die Zunahme an Instabilität und Kriminalität angeht.

 

Ein Sprecher der Gemeinde betonte gegenüber dem ASEAN Economist aber auch die Vorteile, die der Glücksspielsektor für die einheimische Bevölkerung mit sich brächte:

„Kambodschaner profitieren direkt vom Geschäft, da sie Speisen, Gemüse, Fleisch und Fisch liefern können, um der steigenden Nachfrage von Spielern und Investoren gerecht zu werden. Die Menschen profitieren zudem indirekt durch das wirtschaftliche Wachstum, das sich aus den Steuereinnahmen ergibt.“

Allein in den letzten acht Monaten des Jahres 2018 wurde Kambodscha von mehr als 1,27 Millionen chinesischen Touristen besucht. Das entspricht einem Anstieg von 72 Prozent gegenüber demselben Zeitraum im Jahr 2017. Nach Sihanoukville waren im Jahr 2017 200.000 chinesische Touristen gekommen, mehr als das Doppelte der Einwohner der Stadt.

 

Die Investoren aus China sind jedoch nicht nur als Glücksspiel-Unternehmer und als Touristen willkommen, sie nehmen auch auf die Infrastruktur des Landes Einfluss, indem sie in den Straßenbau, den Ausbau des Schienenverkehrsnetztes und in die Vergrößerung von Flughäfen Einfluss nehmen. So schrieb die ZEIT am 25. Juli 2018:

 

„Kambodscha ist dabei, eine Art moderne Kolonie Chinas zu werden.“