, 20.03.2020

Die Verantwortlichen der italienischen Erstliga, der Seria A, sollen sich Medienberichten zufolge am Donnerstag in einem Bittschreiben an die italienische Regierung gewendet haben, um das seit Sommer 2019 geltende Werbe- und Sponsoring-Verbot von Glücksspielanbietern innerhalb des Sports zu widerrufen.

 

Angesichts der harschen finanziellen Verluste, die die Liga aufgrund der Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus erleide, würden langfristige Lösungen gesucht, um den italienischen Profifußball möglichst schnell wieder finanziell auf sicheren Boden zu bekommen.

Mit dem im August 2018 verabschiedeten Decreto Dignità beschloss der italienische Senat, der gesamten Glücksspielbranche ein Werbeverbot aufzuerlegen. Die viel kritisierte Maßnahme, die vornehmlich dem Spielerschutz dienen sollte, untersagte damit automatisch auch Sponsoring-Verträge zwischen italienischen Sportclubs und Glücksspiel- sowie Sportwetten-Anbietern.

Nachdem die Fußballsaison 2019/20 aufgrund der derzeitigen Pandemie unterbrochen werden musste, erwarte der italienische Fußballverband (Federazione Italiana Giuoco Calcio, FIGC) nach eigener Aussage Verluste in Höhe von mindestens 200 Mio. Euro.

 

Sollte die diesjährige Meisterschaft gänzlich abgesagt werden, müsse man mit Verlusten von insgesamt 650 Mio. Euro rechnen. Bislang jedoch scheint der Spielplan ab April wieder aufgenommen zu werden [Seite auf Italienisch].

 

Suche nach positiven Lösungen

Durch den Wegfall der Gelder aus dem Sponsoring durch Glücksspielanbieter erleide die Seria A weitere jährliche Verluste von mindestens 100 Mio. Euro.

 

Angesichts der Coronakrise und vermeintlich nicht ausreichender wirtschaftlicher Rettungsmaßnahmen seitens der Regierung könne die Umkehrung des Werbeverbots eine unkomplizierte Lösung sein, so der Verband.

 

Gabriele Gravina, der Vorsitzende des FIGC, erklärt, dass dieser nach möglichst positiven Lösungen suche. Die Umkehrung des Werbeverbots sei nur eine mögliche Maßnahme:

Wir arbeiten an einer Reihe von Ideen, die wir der Regierung vorschlagen wollen, um diesen schwierigen Zeiten Sinn zu geben. Das Positive, was wir aus diesem traurigen Moment herausholen müssen, ist, dass wir uns neuentdecken und die Beziehungen untereinander verbessern können. Wir müssen in der Lage sein, neue Inhalte ins System zu bringen. Wenn wir das schaffen, könnte der Fußball eine bessere Zukunft haben als je zuvor.

Ob die aktuelle Regierung um Giuseppe Conte die Vorschläge der Seria A annehmen wird, bleibt abzuwarten. Eine Aufhebung des Werbeverbots scheint angesichts der nach wie vor glücksspielfeindlichen Stimmung innerhalb der italienischen Politik jedoch unwahrscheinlich.