, 01.06.2020

Am Wochenende hat der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez angekündigt, den Notstand am kommenden Mittwoch um weitere zwei Wochen zu verlängern. Glücksspielbetreiber können indes aufatmen, denn laut Amtsblatt dürfen Casinos, Spielhallen und Wettbüros wiedereröffnen, sofern ihre Region die Voraussetzungen für entsprechende Covid-19-Lockerungen erfüllt.

 

Wiederaufnahme des Glücksspielbetriebs in Phase 3 erlaubt

 

Am Samstag kündigte die spanische Regierung im Amtsblatt, dem Boletín del Estado Nr. 153, an, dass Casinos, Spielhallen, Wettbüros und weitere Etablissements des Glücksspielsektors wieder öffnen könnten. Dies sei in all jenen Regionen möglich, die bereits in die dritte Phase der Corona-Lockerungen eingetreten seien.

 

In diese Phase sind am heutigen Montag die Balearen-Insel Formentera und die Kanaren-Inseln La Graciosa, El Hierro und La Gomera übergegangen. Der Rest des Landes tritt in die zweite Phase ein. Eine Ausnahme bilden die Metropolregionen Madrid, Barcelona und Lleida sowie ein großer Teils der autonomen Gemeinschaft Castilla y León. Diese werden weiterhin in Phase eins verbleiben.

 

Die Glücksspiel-Betriebe, die nun wieder Besucher empfangen können, sind an strenge Sicherheitsvorschriften gebunden. So dürfen sie nur die Hälfte der sonst erlaubten Besucher aufnehmen. Maximal dürfen sich einschließlich der Angestellten 50 Personen in den Räumen befinden.

 

Das lange Bangen um die Wiedereröffnung

 

Lange haben Spaniens Glücksspielbetreiber auf die offizielle Genehmigung zur Wiedereröffnung gewartet. Während die spanischen Lotterien bereits am 18. und 19. Mai wieder Lose verkaufen sowie Gewinne auszahlen und auch kleinere Glücksspielgeschäfte unter strengen Auflagen öffnen durften, blieben größere Casinos und Glücksspieleinrichtungen weiter geschlossen.

Anders als das Online-Glücksspiel fällt das landbasierte Glücksspiel nicht in den Zuständigkeitsbereich des Verbraucherschutzministeriums, sondern in den der autonomen Gemeinschaften. Solange sich Spanien im Notstand befindet, hat jedoch die Zentralregierung die Befugnis zu bestimmen, wann die landbasierten Glücksspiel-Geschäfte öffnen dürfen und an welche Bedingungen die Öffnung geknüpft sein muss.

Branchenvertreter hatten in den vergangenen Wochen mehrfach kritisiert, dass der Glücksspielsektor zwar ein wichtiger Wirtschaftsfaktor Spaniens sei, bei den Corona-Lockerungen aber vernachlässigt werde.

 

In einem Interview mit dem Branchenmagazin AZARplus gab Alejandro Landaluce, Generaldirektor des Branchenverbandes Cejuego, zu bedenken:

„Um eine baldige Rückkehr zur sicheren „Normalität“ zu gewährleisten, muss der Glücksspielsektor fair und objektiv behandelt werden. Politische Ideologien und Konfrontationen sollten außen vorgelassen werden, um die Rückgewinnung eines weiteren Beschäftigungs- und Wohlstandsmotors zu ermöglichen, der in Spanien im Moment so sehr fehlt.“

Nun dürften die landbasierten Glücksspielbetreiber außerhalb der Balearen und Kanaren darum bangen, dass auch ihre Regionen schnellstmöglich in die nächste Phase der Lockerungen eintreten.

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