, 29.02.2020

Spaniens Verbraucherschutzminister, Alberto Garzón, hat am Freitagmorgen vor der Gesundheits- und Verbraucherkommission des Abgeordnetenkongresses über das sogenannte „Anti-Spielsucht-Gesetz“ (la ley antilutopatía) gesprochen, welches noch vor dem Sommer verabschiedet und im September in Kraft treten soll.

 

Angesichts der geplanten Gesetzesänderungen in Bezug auf Glücksspielwerbung, Öffnungszeiten, Bonusbeschränkungen sowie ein potenzielles Kreditkartenverbot mahnte der Minister jetzt, dass man die verschiedenen Glücksspielarten unbedingt differenzieren müsse.

 

In den Fokus rücken sollen daher in erster Linie Sofortspiele (bspw. Online Slots oder Sofortlotterien) sowie Videospiele mit Lootboxen, da diese ein besonders hohes Suchtrisiko bürgen.

Laut der spanischen Föderation ehemaliger Glücksspieler (FEJAR) seien schätzungsweise 400.000 Spanier von pathologischem Glücksspiel betroffen. Besonders besorgniserregend sei jedoch, dass die Zahl jugendlicher Spieler und Spielsüchtiger sehr stark ansteige. Besonders gefährlich sei das digitale Glücksspiel in Online Casinos, welches für die Minderjährigen sehr leicht zugänglich sei.

Jugendschutz als oberste Priorität

Das Hauptaugenmerk legte Garzón in seiner heutigen Ansprache [Seite auf Spanisch] vor allem auf den Jugendschutz. Ein besonderer Dorn im Auge seien für ihn vor allem die weit verbreiteten Videospiele mit Glücksspielelementen, namentlich Lootboxen.

 

Noch in diesem Jahr sollen die umstrittenen Beuteboxen aus FIFA, Overwatch und Co. daher unter das spanische Glücksspielgesetz fallen, so Garzón. Das habe langfristig zur Folge, dass die Spielentwickler eine Glücksspiellizenz benötigten, um weiterhin legal ihre Spiele zu veräußern.

 

Ähnliche Maßnahmen sind bereits in Frankreich und Belgien getroffen worden. Garzón wolle sich diese Länder in diesem Zusammenhang zum Vorbild nehmen.

 

Der Minister erklärt:

Wir haben es mit wachsender Sorge beobachtet. Es werden neue Wege geschaffen, damit unter anderem Minderjährige problematisches Spielverhalten entwickeln. Die Mütter und Väter wissen nicht Bescheid und ignorieren die Tatsache, dass Videospiele schädliche Dynamiken für die Entwicklung von Minderjährigen beinhalten.

Lootboxen förderten gezielt sowohl impulsives als auch zwanghaftes Verhalten unter Minderjährigen. Um der steigenden Zahl Minderjähriger mit problematischem Spielverhalten entgegenzuwirken, müsse man genau dort ansetzen.

 

Ob das neue Gesetz tatsächlich noch in diesem Spätsommer in Kraft treten wird, bleibt abzuwarten. Im Rahmen der Neuregulierung des spanischen Glücksspiels scheinen weitere restriktive Ankündigungen indes wahrscheinlich.