, 19.02.2020

Spanischen Glücksspielanbietern droht eine weitere Beschränkung ihrer Geschäfte. Anfang der Woche gab Spaniens Verbraucherschutzminister Alberto Garzón bekannt, dass seine Regierung eine Bonus-Beschränkung in Erwägung ziehe.

 

Begrenzung der Willkommens-Boni?

Das geplante Limit ziele seinen Aussagen zufolge auf die von vielen Online Glücksspielunternehmen offerierten Willkommens-Boni ab. Diese würden von den Anbietern im Internet und TV umfangreich beworben und dazu eingesetzt, neue Kunden zu gewinnen.

 

Der 34-jährige Politiker sagte, dass diese kommerzielle Strategie äußerst brisant sei, da sie die Anzahl der Nutzer und die Höhe der Beträge, um die gespielt werde, signifikant steigere. Darüber hinaus gab der Minister zu bedenken:

Es zieht Minderjährige und Menschen mit gesundheitlichen Problemen an, die mit dem Spielen aufhören müssen.

Bei der Höhe des geplanten Limits plädierte das Mitglied der Kommunistischen Partei Spaniens für einen Höchstbetrag von 100 Euro. Garzón kündigte dabei an, dass dieser Schritt Teil des Maßnahmenpakets werde, mit dem die Regierung die Marketingaktivitäten der Online Glücksspielfirmen einschränken wolle.

 

Zu den geplanten Beschränkungen zählt insbesondere eine schärfere Einschränkung der Glücksspiel-Werbung für Online Casinos und Online Sportwetten in Spanien. Wie die übrigen Bestandteile der Regulierung soll auch dies künftig von der zuständigen Glücksspielbehörde, der Dirección General de Ordenación del Juego (DGOJ), überwacht werden.

Die Regierung beschloss am Montag gleichzeitig eine weitere Maßnahme zum Spielerschutz. Mit dem Programm sollen Spielsüchtige die Gelegenheit erhalten, sich in einer Onlinedatei für an dem System beteiligte Kreditvermittler sperren zu lassen, um sich kein Geld für das Glücksspiel leihen zu können.

Kritik vom Glücksspielverband

Die Aussagen des Ministers wurden kurze Zeit später vom Branchenverband der spanischen Onlineanbieter, Juego Digital (Jdigital), kommentiert. In einem Statement erklärte der Verband sein Unverständnis über die Ankündigung Garzóns.

 

Als Begründung gab Jdigital an, dass seine Mitglieder eine entsprechende, freiwillige Maßnahme bereits vor einiger Zeit selbst angekündigt hätten. So sei beschlossen worden, bei der Neukundengewinnung ein Bonus-Limit von 200 Euro festzulegen. Werbung für diese Aktionen werde zudem nur nachts geschaltet, wenn Kinder sie nicht sehen könnten.

 

In Bezug auf die Bonus-Limits scheint es somit, als ob Regierung und Anbieter in Spanien eine ähnliche Strategie verfolgen.