, 13.05.2020

Spaniens Verbraucherschutzminister Alberto Garzón hat an diesem Montag bestätigt, dass das Online-Glücksspiel im vergangenen Monat drastisch gesunken sei. Dies sei auf das im April durchgesetzte Glückspiel-Werbeverbot zurückzuführen, das während des Alarmzustandes aufrechterhalten werde. Dieser soll zunächst bis zum 24. Mai gelten.

 

Vorgezogenes Werbeverbot während des Lockdowns

 

Garzón erklärte in einem Auftritt vor dem Unterhausausschuss für Gesundheit und Konsum, dass die Anfang April in Kraft getretenen Werbebeschränkungen „Wirkung gezeigt“ hätten. Bereits zuvor habe das Ministerium für Gesundheit und Verbraucherschutz an einem Gesetzesdekret zur Beschränkung der Glücksspielwerbung gearbeitet.

 

Da dieses jedoch einige Zeit in Anspruch nehme, habe sich das Ministerium angesichts des Lockdowns während der Covid-19-Pandemie für ein schnelles Handeln entschieden. Der Alarmzustand habe dieses möglich gemacht und solange dieser anhalte, werden auch die Werbebeschränkungen aufrechterhalten werden.

Am 6. Mai hat Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez das Parlament dazu aufgefordert, den Alarmzustand nunmehr zum vierten Mal zu verlängern. Während bei der ersten Verlängerung noch Einheit herrschte, nahmen die Gegenstimmen von Mal zu Mal zu und die Kritik am Krisenmanagement der Regierung wächst.

 

Vor allem die mangelnde Kooperationsbereitschaft mit der Opposition und den autonomen Gemeinschaften sind den Kritikern ein Dorn im Auge. Daher gilt es als unwahrscheinlich, dass Sánchez nach dem 24. Mai eine weitere Verlängerung durchsetzen kann.

Grund für das schnelle Handeln Ende März sei laut Garzón die Feststellung gewesen, dass sich der Fernsehkonsum seit den Ausgangsbeschränkungen drastisch erhöht habe. Im März habe die spanische Bevölkerung durchschnittlich vier Stunden täglich vor dem Fernseher verbracht.

 

Für April gehe man davon aus, dass diese Zahl auf durchschnittlich fünf Stunden täglich gestiegen sei. Dies habe den Anstoß zu den strikten Werbebeschränkungen gegeben. Garzón erklärte:

„Die Verletzlichkeit der ökonomisch benachteiligten Sektoren für die vom Fernsehen ausgestrahlten Nachrichten, ob gut oder schlecht, ist viel größer und die Auswirkungen des Fernsehens sind enorm. Dies beunruhigte uns hinsichtlich der Werbung für das Glücksspiel und die Wetten, die – zumindest nach unserem Eindruck – während der ersten Wochen der Ausgangsbeschränkungen massiv gestiegen ist.“

Angesichts der weiter bestehenden Problematik werde das Werbeverbot dementsprechend auch während der kommenden Wochen aufrechterhalten. Es umfasse weiterhin das vollständige Verbot von Promotionen wie Boni, das Sendeverbot in Fernsehen und Radio mit Ausnahme der Zeit von 1:00 bis 5:00 Uhr sowie das strikte Werbeverbot für Internet und soziale Medien.

 

Wie sich die Werbebeschränkungen auf die ersten Quartalszahlen dieses Jahres auswirken werden, wird der Bericht der Glückspielbehörde Dirección General de Ordenación del Juego (DGOJ) zeigen. Wird der Alarmzustand am 24. Mai nicht verlängert, sind dann zumindest vorerst auch die Werbebeschränkungen wieder aufgehoben.

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