, 30.10.2020

Das spanische Verbraucherschutzministerium hat die Fußballvereine des Landes an das bevorstehende Verbot von Glücksspiel-Sponsoring erinnert und eine Übergangsfrist für die Beendigung bestehender Verträge angekündigt. Medienberichten zufolge habe der Verbraucherschutz-Minister Alberto Garzón zu diesem Zweck am Mittwoch einen offiziellen Brief [Dokument auf Spanisch] an alle Erst- und Zweitligen-Clubs versendet.

 

Übergangsfrist bis Saison-Ende

 

Die Übergangsphase soll ermöglichen, dass bestehende Kooperationen noch bis zum Ende der Saison weiterlaufen dürfen. Neue Sponsorenverträge mit Glücksspiel-Anbietern dürften dann  nicht mehr abgeschlossen werden. Das Verbot werde offiziell, sobald die neue Anordnung vom Kabinett unterzeichnet werde, heißt es im Brief:

Ab dem Zeitpunkt der Veröffentlichung des oben genannten königlichen Dekrets im Amtsblatt ist jede kommerzielle Tätigkeit verboten, die darauf abzielt, Sportsponsoring durch betroffene Unternehmen zu etablieren, beispielsweise solche, die mit Sportwetten in Verbindung stehen.

Die Übergangsphase stelle für zahlreiche Clubs eine Erleichterung dar, nachdem viele Vereine die Folgen eines abrupten Verbotes befürchtet hätten. Der Chef der spanischen La Liga Javier Tebas habe zuvor gewarnt, der spanische Fußball verliere durch die Maßnahme rund 90 Millionen Euro an Sponsorengeldern. Daher wolle er sich darum bemühen, eine längere Übergangsfrist von bis zu drei Jahren zu erwirken.

Nachdem zuletzt unklar geblieben war, ob und in welcher Form eine Übergangsphase für bestehende Sponsorenverträge eingeräumt werden würde, hatten viele spanische Fußballvereine ihre Sponsorenverträge weiterlaufen lassen. Einige hatten sich zudem dazu entschlossen, neue Sponsoring-Partnerschaften mit Glücksspiel-Anbietern einzugehen.

Für die betroffenen Clubs stelle das Verbot trotz Übergangsphase ein Problem dar. Aktuell finanzierten sich 35 % der La Liga-Vereine durch Sponsorenverträge mit Glücksspiel-Anbietern. Vom Verbot betroffen seien demnach die Vereine von Valencia, Alavés, Cadiz, Granada, Real Betis, Sevilla und Levante.

 

Für diese und andere betroffene Clubs gilt es nun, zügig Sponsoren aus anderen Branchen zu finden, um die Finanzierung ihrer Arbeit auch in Zukunft sicherzustellen.

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