Dienstag, 04. Oktober 2022

Spielbanken in Nordrhein-Westfalen machen wieder Gewinn

Hand mit Geld

Die staatlichen Spielbanken Nordrhein-Westfalens haben nach hohen Verlusten endlich wieder Gewinne eingefahren. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am Mittwoch gemeldet hat, hätten die Casinos in Aachen, Bad Oeynhausen, Dortmund und Duisburg im Jahre 2019 rund ein Viertel mehr eingenommen als im Jahre 2018.

Insgesamt habe der Glücksspielbetreiber WestSpiel Einnahmen in Höhe von 117 Millionen Euro verbucht und damit einen Konzernüberschuss von 3,2 Millionen Euro erwirtschaftet. Noch im Jahre 2018 habe das Unternehmen ein Minus von rund 3,6 Millionen Euro erzielt.

Der Staat habe durch gestiegene Spielbankabgaben profitiert. Diese seien um knapp 13 Millionen Euro auf rund 59 Millionen Euro gestiegen. Die Steuereinnahmen kommen unter anderem sozialen Projekten zugute.

Besonders dramatisch waren die Verluste des staatlichen Casino-Betreibers im Jahre 2017. Der Verlustzuwachs belief sich damals auf 7,6 Millionen Euro und hatte sich damit im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.

Gutes Vorzeichen für die geplante Privatisierung?

Die gestiegenen Umsätze könnten auch die geplante Privatisierung der WestSpiel-Casinos vereinfachen. Diese war bereits im Jahre 2018 beschlossen worden. Die Vorbereitungen für das Bieterverfahren dauern aber noch immer an.

Um den Verkauf attraktiver zu machen, habe das Land nun Rücklagen in Höhe von 9,6 Millionen Euro für die Pensionen der Mitarbeiter gebildet. Aufgrund der Corona-Pandemie hatte das Unternehmen zuletzt Kurzarbeit für seine Angestellten angemeldet. Diese war bei der SPD Nordrhein-Westfalen besonders vor dem Hintergrund der positiven Prognosen für das vergangene Geschäftsjahr kritisiert worden.

Bedenken vor der Privatisierung

Während die schwarzen Zahlen ein positives Signal für potenzielle Investoren sein könnten, herrscht bei weiten Teilen der nordrhein-westfälischen Politik noch immer Unsicherheit über Fragen wie die Gewährleistung des Spielerschutzes nach einer möglichen Privatübernahme.

Reiner Barg, Fraktionsvorsitzender der Bürger für Bad Oeynhausen, hatte die Privatisierung zuletzt scharf kritisiert. Seiner Meinung nach gäbe es kein gutes Argument für einen privaten Betrieb der WestSpiel-Casinos:

„Die Privatisierung finden wir skandalös, denn der Hauptsinn einer staatlichen Spielbank besteht darin, ein Stück weit die Spielsucht einzudämmen.“

Gegen eine Privatisierung positionierte sich auch Die Linke. Die Partei beanstandete dabei insbesondere Spenden des Glücksspielunternehmens Gauselmann an die FDP und CDU.