, 10.06.2021

Vor wenigen Tagen sorgten konzertierte Aktionen der nordrhein-westfälischen Polizei im Kampf gegen die organisierte Kriminalität deutschlandweit für Schlagzeilen. Nun setzt sich ein Spielhallen-Betreiber aus Leverkusen gegen die Berichterstattung zur Wehr: Bei der unter anderem durch die Bild verbreiteten Nachricht, seine „Spiel-Kiste“ sei ebenfalls Ziel einer Razzia gewesen, handele es sich um Fake-News.

 

Einsatzkräfte vor Spielhalle fotografiert

 

Eine der Adressen, an der die Ermittler am Dienstag zuschlugen, befindet sich im Leverkusener Stadtteil Wiesdorf. Mindestens ein Bild zeigt schwer bewaffnete Einsatzkräfte vor dem Eingang einer gut erkennbaren Spielhalle.

Bei den Razzien waren über 600 Beamte an rund 30 Wohn- und Geschäftsadressen in mehreren Städten in NRW im Einsatz. Bei der anschließenden Pressekonferenz bezeichnete NRW-Innenminister Herbert Reul die Aktion als „Schlag gegen die erste Liga der Clankriminalität“. Die Durchsuchungen bildeten den vorläufigen Höhepunkt der Arbeit einer Ermittlungskommission, die bereits seit 2019 konkret kriminelle Mitglieder einer Großfamilie in den Fokus genommen hatte.

Wie das Branchenmagazin Automatenmarkt unter Berufung auf einen Screenshot des Portals bild.de zeigt, habe die Redaktion behauptet, es sei bei der Razzia um ebendiese Spielhalle gegangen.

 

Das fragliche Bild sei mit der Unterschrift „Polizisten durchsuchen am Dienstag bei einer Razzia eine Spielhalle in Leverkusen (NRW)“ versehen gewesen. Auch in TV-Beiträgen sei der Eindruck erweckt worden, dass es einen Zusammenhang zwischen Spiel-Kiste und Polizeieinsatz gegeben habe.

 

„Mehr als schädlich“

 

Hiergegen verwehrt sich nun öffentlich Marcus Seuffert, Geschäftsführer der Betreiberfirma Spielkisten Automaten GmbH. Er zeigt sich entsetzt von der Berichterstattung und erklärt:

Die Durchsuchung fand bei der Clan-Familie im ersten Stock eines Mehrfamilienhauses statt. Unsere separate Spielhalle im Erdgeschoss war von dieser Polizeioperation in keinster Weise betroffen.

Das Unternehmen weise derartige Behauptungen entschieden zurück. Juristische Schritte gegen die Verantwortlichen seien bereits eingeleitet. Die mehrfach verbreitete Falschmeldung, so Seuffert, müsse zwingend richtiggestellt werden. Schließlich sei sie „mehr als schädlich“ für den Ruf des Familienunternehmens, das bereits seit drei Generationen betrieben werde. Mittlerweile sind die Bilder mit den irreführenden Unterschriften nicht mehr abrufbar.

 

Im Gegensatz zu den Betreibern der Spiel-Kiste dürften die eigentlichen Adressaten der Polizeiaktion nicht so schnell aus dem Fokus der Öffentlichkeit verschwinden. Offiziellen Angaben zufolge laufen aktuell Verfahren gegen 30 Beschuldigte. Sie werden unterschiedlicher Delikte, darunter Schutzgelderpressung, Geldwäsche und der Fälschung von Corona-Tests verdächtigt.

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