, 08.11.2020

Ein Gericht in der südchinesischen Stadt Yulin hat in dieser Woche das Todesurteil gegen eine 25-jährige Krankenschwester verkündet. Li Fengping hatte sich schuldig bekannt, im März dieses Jahres ihren Kollegen Luo Yuanjian (50) ermordet und Teile seiner Leiche gekocht zu haben. Der Arzt soll sie zum Sex erpresst haben, nachdem er ihr Geld zur Begleichung ihrer Spielschulden geliehen hatte.

 

Verstopfte Abflüsse im Mietshaus

 

Chinesischen Medienberichten zufolge soll sich die Bluttat am 20. März 2020 in Yulin ereignet haben. An diesem Tag habe die junge Krankenschwester den Leiter der Orthopädie des Krankenhauses, in dem beide angestellt waren, in ihrer Wohnung getötet. Dann habe sie die Leiche des Mannes zerstückelt und Teile davon gekocht. Nun wurde die 25-Jährige wegen vorsätzlichen Mordes zum Tode verurteilt.

Laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International ist China das Land mit der höchsten Rate an Hinrichtungen weltweit. Die genauen Zahlen zu Todesurteilen hält die Volksrepublik unter Verschluss, Experten gehen jedoch von mehreren Tausend Exekutionen pro Jahr aus.

Aufgeflogen sei das Verbrechen, nachdem Nachbarn in dem Mietshaus aufgrund von Problemen mit ihren Abflüssen einen Installateur gerufen hatten. Dieser habe schließlich die Polizei verständigt.

 

Es habe sich herausgestellt, dass Überreste des Arztes für die verstopften Rohre verantwortlich gewesen seien. Li Fengping soll vergeblich versucht haben, sie über die Toilette zu entsorgen.

 

Zum Sex gezwungen

 

Spätere Ermittlungen hatten ergeben, dass der Orthopäde und die Schwester bereits seit längerem ein sexuelles Verhältnis miteinander gehabt hatten. Dieses sei nach Angaben Lis jedoch alles andere als freiwillig gewesen. So habe Luo sie gezwungen, Schulden bei ihm „abzuarbeiten“.

 

Bis zu dreimal in der Woche habe er Sex von ihr gefordert. Dabei habe er sie wie ein „Spielzeug“ behandelt, so die 25-Jährige den Ermittlern gegenüber. Hintergrund sei eine nicht näher bezifferte Summe gewesen, die sie sich von ihrem Kollegen geliehen habe, um Spielschulden zu begleichen. Eigenen Angaben zufolge sei Li zu diesem Zeitpunkt schwer spielsüchtig gewesen.

 

Neben der Todesstrafe verfügten die Richter, dass die Verurteilte die Familie des Opfers mit 98.000 Yuan (rund 12.500 Euro) zu entschädigen habe. Wann das Todesurteil vollzogen werden soll, wurde nicht mitgeteilt.