, 14.11.2021

Ein Jackpot-Gewinner aus Österreich soll zum wiederholten Mal als Betrüger in Erscheinung getreten sein. Medienberichten zufolge sei der 51-Jährige, der bereits zweimal Millionen in der Lotterie gewonnen hat, in dieser Woche festgenommen worden. Er soll mehrere Personen mit falschen Versprechen um insgesamt rund 100.000 EUR gebracht haben.

 

Andreas P. war bereits 2017 wegen Betruges zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Vor Gericht hatte er damals seine Spielsucht für die Taten verantwortlich gemacht.

 

Betrüger mit doppeltem Lotto-Glück

 

Übereinstimmenden Meldungen zufolge sei der verdächtige Andreas P. in der Nacht zum Donnerstag in St. Pölten festgenommen worden. Die Verhaftung des Niederösterreichers sei nur wenige Monate nach seiner vorzeitigen Haftentlassung erfolgt.

 

Vor vier Jahren hatte es ein Gericht als erwiesen angesehen, dass Andreas P. seine Opfer zwischen 2007 und 2017 um rund 3,7 Mio. EUR betrogen hatte. So habe er hohe Renditen für Geschäfte mit Industriemaschinen in Aussicht gestellt. Das investierte Geld sei jedoch zunächst in seine eigenen Taschen und dann ins Glücksspiel geflossen.

Für besonderes Aufsehen hatte in der Vergangenheit gesorgt, dass der Angeklagte im Tatzeitraum mit einer prominenten österreichischen Sportlerin liiert gewesen war. Unter anderem hatte er sich bei seinen Geschäftspartnern auf den guten Namen der damaligen Freundin berufen. Nach Bekanntwerden der Taten hatte sich diese umgehend von ihm getrennt und öffentlich distanziert.  Unter den Opfern der Anlage-Betrügereien hatte sich auch ein ehemaliger Fußball-Nationalspieler befunden.

Während des Prozesses hatte Andreas P. wiederholt auf seine Spielsucht hingewiesen. Die Taten habe er unter dem Druck eines riesigen Schuldenberges verübt. Diesen habe er auch trotz seines wiederholten Lottoglücks nicht abbauen können.

 

Der heute 51-Jährige hatte im Jahr 2010 rund 1,9 Mio. Euro und drei Jahre später nochmal rund 3,1 Mio. Euro im Lotto gewonnen. Angeblich habe er über Jahre „Unsummen“ in die Lotterieteilnahme investiert.

 

Reue und Casino-Besuche

 

Trotz der Jackpot-Gewinne habe Andreas P. Medienberichten zufolge vor seiner Inhaftierung mit Schulden in Höhe von mehr als vier Millionen Euro in Privatinsolvenz gehen müssen. Auch sein Verteidiger hatte Pressevertretern gegenüber wiederholt auf das pathologische Glückspiel seines Mandanten hingewiesen:

Er hat mittlerweile erkannt, dass er seiner Krankheit nicht mehr alleine Herr werden kann und wollte sich in Kärnten in eine Klinik für Spielsucht begeben. Er ist voll geständig und bereut die Sache zutiefst.

Ungeachtet der heiklen Situation war der Angeklagte auch während des laufenden Prozesses wiederholt in Spielbanken gesichtet worden. Unter anderem hatte damals der Kurier von Besuchen des Mannes in Casinos in Slowenien und Tschechien berichtet.

 

Ob auch die aktuell vermuteten Taten des Österreichers in Verbindung mit seiner Spielsucht stehen könnten, ist bislang ebenso unklar wie die Anzahl der neuerlichen Opfer. Polizeiangaben zufolge könne nicht ausgeschlossen werden, dass der Mann seit seiner Haftentlassung mehr Menschen betrogen habe als bislang bekannt. Die Ermittlungen würden fortgeführt.

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