, 14.10.2021

Spielmanipulation und Sportwetten-Betrug scheinen auch in Zeiten der Corona-Pandemie weltweit auf dem Vormarsch zu sein. Dies legen neueste Daten nahe, die der Schweizer Sportdaten-Dienstleister Sportradar [Seite auf Englisch] am Mittwoch veröffentlicht hat.

 

Demnach habe der Unternehmensbereich Sportradar Integrity Services seit April 2020, als die Auswirkungen der Pandemie weltweit deutlich wurden, über 1.100 verdächtige Matches identifiziert. Davon seien 655 in den ersten neun Monaten dieses Jahres entdeckt worden.

 

Sportradars Integrity Services Managing Director Andreas Krannich erklärte:

Wie unsere Analyse zeigt, entwickeln sich Spielmanipulationen weiter. Die Drahtzieher diversifizieren ihren Ansatz, sowohl bei den Sportarten und Wettbewerben, auf die sie abzielen, als auch bei der Art und Weise, wie sie sich den Athleten nähern, z. B. durch die zunehmende Anzahl digitaler Kontaktversuche.

Sportradar habe nach eigenen Angaben zwölf verschiedene Sportarten in über 70 Ländern verfolgt. Dabei habe sich herausgestellt, dass Fußball mit mehr als 500 verdächtigen Spielbewegungen die mit Abstand gefährdetste Sportart sei.

 

Es scheine, dass sich die Betrüger mehr und mehr auf unterklassige Ligen konzentrierten. 40 % der Aktivitäten seien in diesem Bereich festgestellt worden. Hinter Fußball folgten mit großem Abstand Tennis (37 Partien), Basketball (19), Tischtennis (11) und Hockey (9).

 

Zentrum der Match-Fixer scheine Europa zu sein. Hier habe Sportradar seit Anfang des Jahres 382 mögliche Verstöße registriert. Damit entfiele mehr als die Hälfte aller Attacken auf europäische Wettbewerbe.

 

Investitionen für mehr Schutz

Um Betrugsversuche auch weiterhin effektiv aufzudecken, habe das Unternehmen massiv in seine Lösungen für die Betrugserkennung investiert. Auf diese Weise wolle Sportradar dazu beitragen, die Nachhaltigkeit im Sport zu bewahren.

Im Februar kündigte Sportradar die neueste Version seiner Betrugserkennungssoftware Universal Fraud Detection System (UFDS) an. Das Angebot, das das Unternehmen seit Mittwoch kostenlos an Sportverbände und -organisationen auf der ganzen Welt vertreibt, sei für die hoch präzise Identifikation betrügerischer Machenschaften im Sport entwickelt worden. Doch auch die UFDS-Vorläuferversion habe allein im Jahr 2020 über 26 Sportarten hinweg rund 600.000 Matches aus mehr als 1.000 Ligen analysiert.

Inzwischen gehe der Betrug weit über physische Sportarten hinaus, so Sportradar. Der Boom des E-Sports habe dazu geführt, dass auch dieser Bereich für kriminelle Schieber immer interessanter werde und es zunehmend zu Betrugsversuchen komme.

 

So habe das UFDS in den vergangenen 18 Monaten über 70 möglicherweise manipulierte Partien registriert. Die Taten seien in fünf nicht näher genannten Games aufgefallen. Auch diese Daten zeigten, wie groß die Gefahr für die Integrität des weltweiten Sports sei.

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