Montag, 03. Oktober 2022

Spielmanipulation 2020: Zunahme der Verdachts­meldungen um 41 %

Fußballstadion Fans Spiel

Im vergangenen Jahr hat die Anzahl der Alarmmeldungen bei Sportveranstaltungen mit Verdacht auf Spielmanipulation weiter zugenommen. So verzeichnete die Überwachungsinstanz Global Lottery Monitoring System (GLMS) 2020 einen Anstieg um 41 %.

Die GLMS veröffentlichte die aktuellen Daten am Freitag in einer Studie [Seite auf Englisch]. Dieser zufolge habe sie im letzten Jahr 1.113 Meldungen an Sportwettenanbieter und Glücksspielbehörden verschickt. Bei jedem dieser Alarme habe aufgrund auffälliger Wettbewegungen der Verdacht bestanden, dass die Matches manipuliert sein könnten.

Fußballspiele für die meisten Meldungen verantwortlich

Bei den betroffenen Sportarten dominiere den Autoren der Analyse zufolge der Fußball. Bei diesem seien 832 und damit über 75 % aller Auffälligkeiten registriert worden.

Den Kontrolleuren sei es in den weitaus meisten Fällen gelungen, die Buchmacher rechtzeitig zu warnen. So wären 936 aller Meldungen noch vor Beginn der Events verschickt worden. Bei 150 Wettkämpfen hätten sich die Hinweise erst während oder nach Beendigung der Partien so sehr verdichtet, dass sie Alarm ausgelöst hätten.

Auf Fußball folgten die Mannschaftssportarten Basketball (134) und Hockey (55). Dahinter liege mit dem Tennissport (50 Meldungen) die erste Einzelsportart mit Hinweisen auf Wettbetrug.

Bei der regionalen Zuordnung der Verdachtsfälle liege Europa klar vorn. Auf den Kontinent entfielen mit 727 die mit Abstand meisten Hinweise, gefolgt von Asien (191) sowie Süd- und Nordamerika, (90, bzw. 64 Meldungen).

Ausschläge bei den Wettbewegungen seien jedoch nicht immer ein verdächtiges Zeichen. So seien 2020 viele Mannschaften aufgrund von Corona-Fällen gezwungen gewesen, ihre Aufstellungen kurzfristig zu ändern. Dies habe sich auf ihre Siegchancen ausgewirkt und damit den Wettmarkt direkt beeinflusst.

So heißt es in dem Bericht:

Die Teams mussten ihre Strategien und Teamaufstellungen ständig überdenken und sich auf ihre Reserve- oder Jugendspieler verlassen, um die Lücken für ältere Spieler zu schließen, die positiv getestet oder unter Quarantäne gestellt wurden.

Die insgesamt hohe Zahl der Alarme sei trotzdem besorgniserregend, da es 2020 aufgrund von Corona-bedingt weltweit abgesagten Wettbewerbe sehr viel weniger Sportveranstaltungen gegeben habe, so die GLMS.

Gleichzeitig sei die jüngste Entwicklung kein Garant dafür, dass sich der Anstieg in diesem Jahr in gleicher Weise fortsetze. Die GLMS werde den Markt weiterhin genau beobachten und die Beteiligten im Verdachtsfalle warnen.