, 29.09.2019

Eine vom Glücksspielanbieter 888 Holdings in New Jersey/USA erstellte Studie belegt große Unterschiede zwischen den Geschlechtern, wenn es um den Erfolg bei Sportwetten geht. So scheinen Frauen durchschnittlich deutlich bessere Ergebnisse beim Tippen auf Sportereignisse erzielen als Männer. Die Macher betonen, dass ihre Beobachtungen nicht repräsentativ seien. Ein Trend scheint sich dennoch abzuzeichnen.

 

Frauen gewinnen, Männer verlieren

 

In den USA boomt seit Kurzem das Geschäft mit den Sportwetten. Diverse Buchmacher reißen sich um die zu vergebenen US-Lizenzen und potenzielle Spieler. Der Betreiber 888 Holdings hat nun Ergebnisse einer Studie veröffentlicht (Link auf Englisch), die das individuelle Spiel seiner Kunden nach Geschlecht aufschlüsselt. Für die Berechnung hat das Unternehmen die Daten seit Januar 2019 ausgewertet.

 

Die möglicherweise überraschende Erkenntnis: Frauen zeigen sich bei Sportwetten im Durchschnitt deutlich erfolgreicher als männliche Spieler.

 

Während sich Frauen bei Sportwetten im Durchschnitt über einen Return on Investment (ROI) von 19,79 % freuen konnten, sah es bei den Männern deutlich schlechter aus: Ihr durchschnittlicher ROI lag nicht nur unter dem der Spielerinnen, sondern mit -4,6 % sogar im negativen Bereich.

Der Return on Investment ist eine wirtschaftliche Kennzahl, die im Deutschen auch als Kapitalrentabilität bezeichnet wird. Er beschreibt das Verhältnis von Investition und Gewinn.

 

Die Formel zur Berechnung des ROI lautet:

 

ROI = Gewinn/Umsatz x Umsatz/Gesamtkapital x 100 %

Laut Studie neigen Frauen in New Jersey also statistisch dazu, Sportwetten mit einem Plus von rund 20 % abzuschließen. Der durchschnittliche männliche Wetter hingegen verliert, wenn er auf den Ausgang eines Sportevents wettet.

 

Große Unterschiede in den Altersklassen

 

Auch in der Aufschlüsselung nach Altersgruppen ist der Trend deutlich: Am erfolgreichsten tippen Frauen zwischen 35 und 44 Jahren. Ihr ROI liegt laut Studie bei extremen 129,6 %. Ihre männlichen Altersgenossen hingegen können statistisch nur ein Plus von 0,88 % verbuchen.

 

In den folgenden Jahrgängen ist der Unterschied sogar noch eklatanter: Während Männer zwischen 25 und 34 einen ROI von -8,47 % aufweisen, liegt die Kennzahl der Frauen der gleichen Altersgruppe bei 127,06 %.

 

Umgekehrt zeigen sich die Berechnungen in den Altersklassen 45 bis 54 und Ü65. Mit durchschnittlich -61,72 % und -82,16 % erzielen die Frauen die durchschnittlich schlechtesten Ergebnisse der Gesamtbetrachtung. Männer zwischen 45 und 54 hingegen erreichen mit einem ROI von 16,9 % den besten Wert ihres Geschlechts.

 

Die Macher der Studie stellen deutlich heraus, dass sich ihre Beobachtungen lediglich auf die in wenigen Monaten in New Jersey gewonnenen Daten beziehen und deshalb keine voreiligen Schlüsse zulassen:

Die Daten zeigen Trends bei einer Gruppe von Personen zu einem Zeitpunkt in einer geografischen Region. Es reicht nicht aus, eine pauschale Aussage zu machen, dass Frauen besser spielen als Männer.

 

Um diese Aussage treffen zu können, wäre eine viel umfangreichere Studie erforderlich, die über Jahrzehnte durchgeführt werden müsste und eine Reihe von Faktoren berücksichtigen müsste.

 

Es ist nicht so, dass die Daten in dieser Studie nutzlos sind. Es ist nur so, dass es nicht ausreicht, solche Urteile zu fällen.

Sozialisation als entscheidender Faktor?

 

Zudem stellen die Initiatoren der Studie heraus, dass es keine biologischen Gründe für die stark voneinander abweichenden Ergebnisse gebe. Deswegen habe man sich mit kulturellen, psychologischen und strategischen Faktoren auseinandergesetzt, um eine Erklärung für die Unterschiede zu finden.

 

Frau vor Fernseher von hinten

Sind Frauen bei Sportwetten weniger emotional involviert als Männer? (Quelle:pxhere.com,licensed under CC0)

Man gehe davon aus, dass Frauen deutlich rationaler an Sportwetten herangingen als Männer, so die Initiatoren der Studie. Dies könne mit einiger Wahrscheinlichkeit auf die Unterschiede in der Sozialisation von Mädchen und Jungen in den USA zurückgeführt werden.

 

Zum einen sei eine starke emotionale Bindung an bestimmte Sportteams unter Mädchen seltener zu beobachten als unter Jungen. Somit sei es nur folgerichtig, dass sich auch erwachsene weibliche Spieler beim Tippen auf Sportereignisse eher von ihrem Kopf als von ihrem Herzen leiten ließen.

 

Hinzukomme, dass die amerikanische Gesellschaft Mädchen dazu erziehe, andere Prioritäten zu setzen. Es läge die Vermutung nahe, dass Frauen, die auf Sportereignisse wetteten, stets im Kopf behielten, dass das Geld an anderer Stelle möglicherweise fehle. Hierdurch seien sie bei der Wahl ihrer Wetten unter Umständen selektiver als ihre männlichen Pendants.

 

Wissenschaft vs. Werbung

 

So interessant die Auswertung der 888-Daten scheint, könnte davon ausgegangen werden, dass es sich bei der Veröffentlichung eher um eine Werbeaktion und weniger um Wissenschaft handeln könne. Schließlich besteht die Kundschaft der Buchmacher nach wie vor weltweit zur überwiegenden Mehrheit aus Männern.

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