Donnerstag, 29. September 2022

Großbritannien: Weitere Steuer­erleichterungen für Wettbüros gefordert

Betfred Wettbüro

In Großbritannien werden Forderungen nach einer Fortsetzung der finanziellen Hilfe für Wettbüros lauter. Der Glücksspielverband Betting and Gaming Council (BGC) veröffentlichte am Freitag ein Schreiben an Finanzminister Rishi Sunak. In diesem wird um eine Verlängerung der Steuererleichterungen für die aufgrund der Corona-Pandemie in wirtschaftliche Schieflage geratene Branche geworben.

Auslöser des Briefes sind die anstehenden Haushaltsverhandlungen der Regierung. Der BGC weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Situation der Wettbüros noch immer angespannt sei. Deshalb sei es wichtig, die als Hilfsmaßnahme für die britische Wirtschaft angelegten Steuererleichterungen zu verlängern.

BGC-Boss Michael Dugher erklärte dazu:

Wir hoffen, dass der bevorstehende Haushalt ein Sprungbrett für die Erholung sein wird (…) und das Potenzial unserer Wettbüros freisetzt, um wieder zu Wachstum und zur Schaffung von Arbeitsplätzen zurückzukehren.

2020 habe die Branche Einbußen von rund 45 % hinnehmen müssen. Diese hätten von den Betreibern der landbasierten Shops nur durch ihr Online-Geschäft aufgefangen werden können. Aus diesem Grund fordere der Verband, dass es auch im Online-Bereich bis auf Weiteres zu keinen Steuererhöhungen kommen dürfe.

Zugleich warb der BGC eindringlich für die Einhaltung des geplanten „Fahrplans aus dem Lockdown“. Diesem in der letzten Woche vorgestellten Plan zufolge sollen englische Wettbüros am 12. April wieder öffnen dürfen. Eine ähnliche Regelung müsse nun für Schottland, Nordirland und Wales getroffen werden.

Vergleichbare Hilfen in Deutschland derzeit kein Thema

In Deutschland sind die landbasierten Wettbüros größtenteils seit November 2020 geschlossen. Im Gegensatz zu Großbritannien hielt sich das Sprachrohr der Branche, der Deutsche Sportwettenverband (DSWV), mit öffentlichen Forderungen nach einer finanziellen Unterstützung bisher zurück.

Auch hierzulande zeigt sich, wie sehr die Corona-Pandemie dem Geschäft mit Sportwetten zusetzt. So brach der deutsche Sportwettenmarkt im vergangenen Jahr um 20 % ein. Mit Einnahmen von 7,8 Mrd. Euro fiel der Umsatz auf das Niveau des Jahres 2018 zurück.

Bereits Anfang Februar warnte der DSWV, dass der Lockdown „Arbeitsplätze und wirtschaftliche Existenzen“ bedrohe. Seit Monaten seien die bundesweit rund 6.000 Wettbüros geschlossen, weshalb sich derzeit schätzungsweise 25.000 Angestellte in Kurzarbeit befänden.

DSWV-Präsident Mathias Dahms forderte deshalb eine Planungsperspektive für den Zeitpunkt, ab dem ein sicherer Geschäftsbetrieb wieder aufgenommen werden könne. Eine Antwort blieben die zuständigen Politiker bislang allerdings schuldig.