, 06.08.2020

Eine neue Studie der Universität Buffalo im US-Bundesstaat New York hat neue Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen Spielsucht und Kriminalität hervorgebracht. Dies hat die Universität gestern auf ihrer Webseite berichtet [Seite auf Englisch].

 

Spielsucht und Kriminalität sind „co-symptomatisch“

 

Den Ergebnissen der Studie zufolge bestehe ein Zusammenhang zwischen Spielsucht und Kriminalität. Dieser sei jedoch nicht kausal, wie bisher vielfach angenommen.

 

Vielmehr hätten Spielsucht und kriminelles Verhalten die gleichen Entstehungsfaktoren. Sie seien „co-symptomatisch“, so Christopher Dennison, Assistenzprofessor für Soziologie an der Universität Buffalo:

Wir stellen fest, dass es nicht so sehr das problematische Glücksspiel ist, welches Kriminalität verursacht, sondern dass dieselben Hintergrundmerkmale, die zur Prognose beitragen, ob jemand spielsüchtig wird, auch vorhersagen, dass er kriminell wird.

Zu den Variablen, die sowohl mit kriminellem Verhalten als auch mit Spielsucht in Verbindung gebracht werden könnten, zählten demnach der sozioökonomische Status, Erfahrung mit Drogenmissbrauch sowie Kontakte zu Kriminellen in der Jugend.

 

Während Spielsucht oberflächlich als Beziehung zwischen zwei Faktoren x und y beobachtet werden könne, existiere bei genauerem Hinsehen ein weiterer Faktor z, der sowohl Spielsucht als auch Kriminalität erkläre. Vernachlässige man diesen zusätzlichen Faktor, könnte der Zusammenhang überbewertet werden, so Dennison.

 

Erkenntnisse ermöglichen neue Behandlungsansätze

 

Die im Journal of Gambling Studies veröffentlichten Forschungsergebnisse könnten einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung neuer Behandlungsmethoden leisten.

In der langangelegten Studie seien mehr als 21.000 Personen interviewt worden, zunächst als Jugendliche in den neunziger Jahren und anschließend zwei weitere Male zwischen 18 und 26 Jahren sowie zwischen 26 und 34 Jahren. Die Forschung wurde in Zusammenarbeit zwischen der Universität Buffalo, der Universität New York und der Ball State-Universität durchgeführt.

Wenn man sich in jungen Jahren mit den entsprechenden Faktoren befasse, könne die Wahrscheinlichkeit von Spielsucht und Kriminalität im späteren Leben verringert werden. Außerdem könnten beide Verhaltensweisen gleichzeitig behandelt werden, statt in separaten Ansätzen, so der Wissenschaftler.