Samstag, 01. Oktober 2022

40.000 EUR Schaden: Supermarkt­angestellte bedient sich an Lotterie-Scheinen

Annahmestelle Oesterreichische Lotterien Frau mit Maske In einer Annahmestelle hatten die vielen ertragreichen Lotterie-Scheine Argwohn erregt (Symbolbild, Quelle: Österreichische Lotterien GmbH)

Eine 22-jährige Frau hat sich in Österreich Lotterie-Tickets im Verkaufswert von 40.000 EUR erschlichen. Dies gab die Landespolizeidirektion (LPD) Salzburg in einer jüngst veröffentlichten Pressemitteilung bekannt. Die Angestellte eines Supermarktes habe sich an ihrem Arbeitsplatz hochpreisige Lotterie-Scheine ausgedruckt und diese nicht bezahlt. Aufgeflogen sei die junge Frau durch das wachsame Auge einer Angestellten in einer Lotto-Annahmestelle.

Lotto-Quittungen in den Müll geworfen

Wie die LPD Salzburg mitteilt, habe sich die nun Beschuldigte die Lotterie-Scheine im mittleren fünfstelligen Wert zwischen Oktober und Dezember 2021 unrechtmäßig beschafft. Hierfür habe sie ein Lotto-Terminal in dem Lebensmittelgeschäft genutzt, in dem sie angestellt gewesen sei.

Konkret habe sich die junge Frau die Tickets ausgedruckt, dann jedoch darauf verzichtet, die zugehörigen Quittungen in der Kasse einzuscannen. Stattdessen habe sie diese weggeworfen.

In der Bilanz der Polizei heißt es:

Bei der Schadenssumme von 40.000 Euro handelt es sich um die Kosten für die Tippabgabe. Die Höhe der Gewinne liegt bei etwa 12.000 Euro, von denen sich die Beschuldigte bisher etwa 5000 Euro auszahlen hat lassen.

Die 22-Jährige habe an dem Terminal zunächst „Probescheine“ ausgedruckt, die ihr auch umgehend Gewinne beschert hätten. Nach und nach habe sie dann sowohl die Tippanzahl als auch die Laufzeit ihrer erschlichenen Lotto-Scheine erhöht.

Lotto-Gewinne erregten Verdacht

Kleinere Lotto-Gewinne habe die Frau zeitnah in Annahmestellen in der Umgebung ihres Arbeitsplatzes eingelöst. Die Häufigkeit der gewinnträchtigen Scheine habe jedoch bei einer Kiosk-Angestellten Misstrauen erregt. Diese habe daraufhin die Lotterie-Gesellschaft über ihren Verdacht informiert, dass es hier möglicherweise nicht mit rechten Dingen zugehe.

Unter anderem hatten Videoaufzeichnungen der Annahmestelle die ungewöhnlich hohe Frequenz der Gewinne der Supermarktangestellten belegt.

Nicht immer stehen Mitarbeiter von Lottoannahmestellen auf der Seite des Gesetzes. Dies zeigt unter anderem ein Fall aus dem Jahr 2019.

Damals hatte ein Annahmestellen-Betreiber versucht, einer Kundin ihren Spiel-77- Gewinn in Höhe von 477.777 EUR vorzuenthalten. Stattdessen wollte er sie mittels eines Tricks mit 8.000 EUR abspeisen und den Gewinn über einen Mittelsmann selbst einlösen.

Spiel 77 Nahaufnahme Lotto-Schein

Der Annahmestellen-Betreiber hatte versucht, sich einen Gewinn beim Spiel 77 zu erschleichen (Quelle:obs/WestLotto/Heiner Witte)

Mit etwas Verspätung war der Frau der Betrug aufgefallen. Das Landgericht Darmstadt verurteilte den Betreiber später zu einem Jahr und drei Monaten Haft auf Bewährung und einer Geldauflage von 2.400 EUR.

In der Folge sei es laut Polizei bei der Verdächtigen zu einer „freiwilligen Nachschau“ gekommen. Letztlich seien die Beamten im Auto und in der Wohnung der Frau auf knapp 40 Lotterie-Scheine mit weiteren Gewinnen sowie mutmaßlich aus der Untreue generierte Sachwerte und Bargeld gestoßen.

Den Ermittlern gegenüber habe sich die junge Frau umfänglich geständig gezeigt. Den Job im Supermarkt habe sie mittlerweile verloren.

Zusätzlich zu der Anzeige wegen Untreue erwarte die 22-Jährige noch weiteres Ungemach. So habe sich ergeben, dass sie während der Zeit ihrer Anstellung regelmäßig mit dem Auto zur Arbeit gefahren sei, obwohl sie zu dieser Zeit über keine Fahrerlaubnis verfügt habe. Wann es zur Verhandlung kommen könnte, ließ die Polizeimeldung offen.