, 28.01.2020

Der australische Glücksspielkonzern Tabcorp soll als weiterer Bewerber um die britische Lotterie-Lizenz ins Rennen gehen. Potenzielle Bewerber hatten bis zum 22. Januar Zeit, auf eine erste Konsultation zu reagieren und Tabcorp soll Medienberichten zufolge Gespräche mit der von der UK Gambling Commission beauftragten Investmentbank Rothschild geführt haben.

 

Camelot erhält starke Konkurrenz

 

Der Ausgang des Rennens um die Lotterie-Lizenz gilt momentan als völlig offen. Derzeitiger Betreiber der National Lottery ist die einem kanadischen Pensionsfonds gehörende Camelot Group. Ihre Lizenz läuft im Jahr 2023 aus und ab diesem Jahr können sich Interessenten im Rahmen des Ausschreibungsverfahrens bewerben.

 

Ob Camelot weiterhin als geeignet erachtet wird, die National Lottery zu betreiben oder ein anderer Anbieter überzeugen kann, darüber entscheidet die britische Glücksspielbehörde unter Einbezug von Ratgebern wie Rothschild als Finanzberater und Hogan Lovells als Rechtsberater. Der australische Glücksspielkonzern Tabcorp, der an der Börse mit 6,5 Mrd. US-Dollar bewertet wird, soll nun Gespräche mit Rothschild geführt haben und als Bewerber um die Lizenz ins Rennen gehen.

Neben Tabcorp und Camelot haben bisher der britische Unternehmer Sir Richard Branson, der britische Verleger Richard Desmond, der niederländische Lotterie-Anbieter People’s Postcode Lottery, die französische Lotto-Gesellschaft Francaise des Jeux und der tschechische Lotto- und Sportwetten-Anbieter Sazka Interesse an der britischen Lotterie-Lizenz angemeldet.

Wird Tabcorp sich wirklich bewerben?

 

Während britische Medien wie die Tagezeitung The Telegraph davon ausgehen, dass sich die Tabcorp Group am Ausschreibungsverfahren in diesem Jahr beteiligen wird, melden Medien aus Australien Zweifel an.

 

So berichtet der Syney Morning Herald [Seite auf Englisch], anonyme Quellen, die mit dem Thema engstens vertraut seien, hätten erklärt, es sei „unwahrscheinlich“, dass Tabcorp sich in Großbritannien bewerbe. Vielmehr fokussiere sich das Unternehmen auf den australischen Markt und einen möglichen Kauf des Konkurrenten Western Australian TAB.

 

Dieser befindet sich bisher in staatlicher Hand. Er soll aber privatisiert werden, und Analysten rechnen Tabcorp gute Chancen aus. So erklärte Elise Kenney, Analystin bei Morgan Stanley, ein Kauf des Western Australian TAB durch Tabcorp sei plausibel,

„(…) da es der einzige gemeldete Bieter mit einer bestehenden Einzelhandelsniederlassung in Australien ist und von ihm die meisten finanziellen Vorteile zu erwarten sind.“

Eine offizielle Stellungnahme des Unternehmens dazu, ob es sich um die Lizenz in Großbritannien bewerben wird, ist bisher noch nicht erfolgt.

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