, 04.01.2021

Die slowakische Profi-Tennisspielerin Dagmara Baskova (28) ist für 12 Jahre gesperrt worden. Sie soll sich der Spielmanipulation schuldig gemacht haben. Wie die Tennis Integrity Unit (TIU) in einem Statement erklärt [Seite auf Englisch], bezögen sich die Vorwürfe auf Matches im Jahr 2017. Baskova habe sich in fünf Fällen schuldig bekannt.

 

Um welche Partien es sich handelt, hat die TIU nicht präzisiert. Im Pressestatement heißt es lediglich, dass Baskova gegen die Richtlinien D.1.d und D.2.a.ii des Tennis Anti-Corruption Programme (TACP) verstoßen habe.

 

Gemäß der ersten Richtlinie sei es Spielern untersagt, den Ausgang ihrer Partien direkt oder indirekt zu beeinflussen. Die zweite Richtlinie verpflichte Spieler dazu, bei Kenntnis über Spielmanipulation Meldung zu erstatten.

Die Tennis Integrity Unit wurde 2008 in London gegründet, um Spielmanipulation im professionellen Tennis zu untersuchen und zu verhindern. Seit dem 1. Januar ist sie Teil der neuen International Tennis Integrity Agency (ITIA), die sich aus verschiedenen Tennis-Organisationen, darunter die Association of Tennis Professionals (ATP) und die Women’s Tennis Association (WTA), zusammensetzt. Ab dem 29. Januar soll die offizielle Webseite der ITIA gelauncht werden.

Für die Slowakin, die zu ihren Bestzeiten Platz 1117 im Einzel und Platz 777 im Doppel der Tennisweltrangliste belegte, habe die Sperre das Karriereaus bedeutet.

 

Laut TIU habe sie sich als Reaktion auf ihre Strafe unmittelbar aus dem Sport zurückgezogen. Auf ihrem Instagram-Profil bezeichnet sie sich selbst bereits als „Ex-Profi-Tennisspielerin“.

 

Neben der Sperre habe die TIU ihr auch eine Geldstrafe von 40.000 USD ausgesprochen. Da sie ihre Vergehen zugegeben habe, müsse sie davon jedoch nur 1.000 USD zahlen. Dafür habe sie 90 Tage Zeit.

 

Eine lange Liste gesperrter Tennis-Profis

In den letzten Monaten haben sich Meldungen über Spielmanipulationen und Wettbetrug im Tennis gehäuft. Auf der aktuellen Sperrliste der TIU befinden sich 34 (ehemalige) Tennis-Profis. Einige von ihnen wurden aufgrund der Schwere ihrer Verstöße lebenslang vom Tennis ausgeschlossen.

 

Im Mai letzten Jahres erhielt beispielsweise der ägyptische Tennisspieler Youssef Hossam eine lebenslange Sperre, weil ihm die TIU acht Fälle von Spielmanipulation und sechs Fälle von Wettbetrug nachgewiesen haben soll. Darüber hinaus habe er dreimal versäumt, Manipulationsversuche zu melden und sich während der Ermittlungen der TIU nicht kooperativ gezeigt.

 

Wie die TIU auf ihrer Webseite erklärt, hänge die Härte der Strafe von der Häufigkeit und Schwere der Vergehen sowie von der Kooperation des Beschuldigten ab. Die maximal mögliche Geldstrafe für Spieler liege bei 250.000 USD. Diese erhielt zuletzt im Jahr 2018 der Italiener Daniele Bracciali.