Samstag, 03. Dezember 2022

Niederländischer Tennistrainer Max Wenders wegen Spielmanipulation für 12 Jahre gesperrt

Blick auf Tennisspieler Beine hinter Netz Tennistrainer Wenders ist auf den großen Courts der Welt nicht mehr willkommen (Quelle: unsplash.com/John Fornander)

Die International Tennis Integrity Agency (ITIA) hat den niederländischen Tennistrainer Max Wenders wegen Spielmanipulation für 12 Jahre vom Sport ausgeschlossen. Dies bestätigte die Integritätsstelle gestern in einem Statement. Der 26-Jährige habe zugegeben, Partien manipuliert und später Beweise vernichtet zu haben.

Sanktionen wegen Spielmanipulation bereits 2021 verhängt

Laut ITIA wurden die Sanktionen gegen Wenders bereits am 28. April 2021 beschlossen. Zusätzlich zu der seit diesem Tag geltenden Sperre von 12 Jahren sei eine Geldstrafe in Höhe von 12.000 EUR gegen den Niederländer verhängt worden.

Das Urteil der Integritätsstelle habe zunächst aufgrund weiterer Einreichungen des Anwaltsteams des Trainers nicht veröffentlicht werden dürfen. Nun habe der verantwortliche Anhörungsbeauftragte für Korruptionsbekämpfung der ITIA, der renommierte Sportrechtler Richard McLaren, das Verbot jedoch aufgehoben.

Laut ITIA habe sich Wenders schuldig bekannt, in mehreren Fällen gegen die Regeln des Tennis-Antikorruptionsprogramms TACP verstoßen zu haben. So habe er sowohl Partien manipuliert als auch Anwerbeversuche nicht gemeldet. Zudem sei der 26-Jährige bei der Aufklärung nicht nur unkooperativ gewesen, sondern von der ITIA (damals noch Tennis Integrity Unit, TIU) angeforderte Beweise zurückgehalten und vernichtet.

Wenders ist nun offiziell bis 2033 von allen Veranstaltungen der Tennisverbände ausgeschlossen. Neben der eigenen Teilnahme und dem Training Teilnehmender ist dem 26-Jährigen auch die Anwesenheit bei Events der International Tennis Federation, der ATP, der WTA, der Australian Open, French Open und US Open sowie Wimbledon untersagt.

Große Tennis-Namen im Wenders-Portfolio

Dem größeren Tennis-Publikum war Wenders spätestens im August 2021 bekanntgeworden. Damals hatte die Australian Open Gewinnerin von 2020, die US-Amerikanerin Sofia Kenin, die Beziehung mit dem Niederländer öffentlich gemacht. Wenders hatte das Training der einstigen Nummer 4 der Weltrangliste übernommen, nachdem diese sich von ihrem Vater Alexander Kenin als Coach getrennt hatte.

Neben seiner mittlerweile ehemaligen Partnerin Kenin betreute Wenders unter anderem auch die Niederländerin Demi Schuurs.

Auch mit der aktuelle Weltranglistenzweiten Anett Kontaveit aus Estland sowie der Lettin Jeļena Ostapenko arbeitete der Trainer. Ostapenko belegt aktuell die Nummer 17 der Weltrangliste und gewann 2017 als Ungesetzte die French Open. Im selben Jahr wurde sie in ihrer Heimat als Sportlerin des Jahres gekürt.

Zur Frage, warum er trotz seines jungen Alters nicht selbst auf dem Court, sondern als Coach aktiv sei, hatte sich Wenders im März 2021 in einem Interview [Seite auf Englisch] mit der Times of India geäußert:

Tennis ist ein teurer Sport. Mit 12 oder 13 wusste ich, dass ich es nicht schaffen würde, weil man viel Geld braucht, um Profispieler zu werden, und diese Unterstützung hatte ich nicht.

Die ITIA gab in ihrer Meldung keine Details dazu bekannt, welche Partien von Max Wenders‘ Manipulationen betroffen waren. Auch der Trainer selbst äußerte sich bislang nicht zu den gegen ihn ausgesprochenen Sanktionen.

Gemessen an seiner Interview-Aussagen liegt jedoch der Verdacht nahe, dass das Thema „Geld“ für ihn auch nach Aufgabe des Traums von der eigenen Tenniskarriere eine besonders große Rolle gespielt haben könnte.