Dienstag, 04. Oktober 2022

Crown Casino Sydney eröffnet: Spieler­schützer warnen vor Spiel­sucht-Gefahr

Eingang Crown Casino Sydney Das Crown Casino Sydney ist exklusiv für VIPs (Bild: Crown Sydney)

Am Montagmorgen hat Crown Resorts sein Crown Casino Sydney eröffnet. Damit findet für den australischen Glücksspiel-Konzern eine 18-monatige Wartezeit ihr Ende. Begleitet wird die Eröffnung von Befürchtungen, dass das Casino die Spielsucht beflügeln könnte.

Ein Casino nur für finanzkräftige VIPs

Am Montagmorgen öffneten Crown-Mitarbeiter erstmals offiziell die Türen des für VIPs reservierten Casinos. Seitdem können High Roller, die über eine Mitgliedschaft in dem exklusiven Casino-Club von Crown Resorts verfügen, in der 2,2 Mrd. AUD (1,6 Mrd. Euro) teuren Einrichtung spielen.

Entsprechend zufrieden äußerte sich das Management des Glücksspiel-Konzerns. Crown Sydney-CEO Simon McGrath erklärte, das Casino

… setzt neue Maßstäbe in Sachen Luxus und Eleganz - von der Gestaltung der Räume bis hin zum Gesamterlebnis der Mitglieder. Die Salons sind mit natürlichem Licht durchflutet, um unsere unvergleichliche Aussicht auf das Wasser zu betonen, während die Oberflächen und die Einrichtung von höchster Qualität und Güte sind.

Nach Crown-Angaben stehen den finanzkräftigen Besuchern rund 160 klassische Spieltische und 70 elektronische Glücksspiel-Angebote zur Verfügung. Darüber hinaus verfügt das Casino über zwölf private Suiten, in denen Spieler in exklusivem Ambiente ihrem teuren Hobby nachgehen können.

Fördert das Casino die Spielsucht?

Der Casino-Betrieb erfolgt allerdings nur unter einer vorläufigen Lizenz. Nachdem Crown im Jahr 2020 infolge mehrerer Skandale von der Glücksspielbehörde als untauglich für den Casino-Betrieb eingestuft worden war, hatte das Unternehmen erhebliche Änderungen seiner Compliance- und Management-Strukturen vornehmen müssen.

Ausschlaggebend für den Lizenzentzug waren mangelnde Maßnahmen in Bezug auf die Geldwäsche-Bekämpfung und den Spielerschutz gewesen. Wohltätigkeitsorganisationen befürchten deshalb, dass sich die für viele Spieler gefährlichen Zustände wiederholen könnten.

Während der staatlichen Untersuchung war unter anderem bekannt geworden, dass Spieler mitunter zwölf und mehr Stunden ohne Pause an Spielautomaten verbracht hatten. Das Crown-Personal hatte es jedoch unterlassen, die Betroffenen auf ihr offenkundig problematisches Glücksspiel-Verhalten hinzuweisen.

Spielerschützer warnen nun vor den Gefahren des Casino-Betriebs. Tim Costello, Justiziar bei der Alliance for Gambling Reform, kritisierte die Lizenzvergabe massiv. Gegenüber australischen Medien erklärte der Rechtsanwalt:

Der Schaden durch Glücksspiel stand im Mittelpunkt der Untersuchung. Es war klar, dass Crown es versäumt hat, die Betroffenen zu schützen und stattdessen systematisch versucht hat, sie auszubeuten.

Costello zeigte sich deshalb „zutiefst besorgt über den Schaden, den der Spielbetrieb verursachen“ werde. Auch der von Crown kommunizierte VIP-Gedanke trage aus Sicht der Kritiker nicht zur Verhinderung der Spielsucht bei.

So begännen die Einsätze an einigen Tischen bereits bei 20 AUD. Dies ermögliche auch Spielern aus normalen Finanzverhältnissen den Einstieg, was die Gefahr für die Bevölkerung steigere. Es werde sich zeigen müssen, ob die Glücksspielaufsicht ihre angekündigten Kontrollen in dem erforderlichen Maße durchführe, um Spieler ausreichend vor den negativen Auswirkungen des Glücksspiels zu schützen.