, 16.10.2020

Illegale Online-Glücksspielangebote werden seit gestern in Deutschland nicht mehr verfolgt, wenn die Betreiber sich an die Vorgaben des Glücksspielstaatsvertrags (GlüStV) halten. Dieser soll am 1. Juli 2021 offiziell in Kraft treten.

 

Glücksspiel-Unternehmen, die eine deutsche Lizenz beantragen wollen, müssten sich jedoch bereits in der jetzigen Übergangsphase bis zum Inkrafttreten der gesetzlichen Vorgaben im nächsten Jahr bewähren.

 

Online-Casino-Betreiber müssten demnach ihre Plattformen an die Vorgaben des GlüStV anpassen, um eine Konzession erhalten zu können, berichtete gestern die Journalisten Jan Lukas Strozyk und Philipp Eckstein.

Neue Anbieter auf deutschem Markt

 

Nach Angaben der Süddeutschen Zeitung und des NDR wolle Glücksspiel-Gigant Gauselmann wieder auf dem deutschen Markt mitmischen. Der Konzern hatte sich 2017 aus Deutschland zurückgezogen, nachdem ihm vorgeworfen worden war, in die Affäre um die sogenannten „Paradise Papers“ involviert gewesen zu sein.

 

Gauselmann soll sich demnach an Aktivitäten einer illegalen Glücksspiel-Webseite beteiligt haben. Dies dementierte der Unternehmer allerdings und forderte bereits damals eine Regulierung des deutschen Glücksspielmarktes. Laut einem Sprecher der Gauselmann Gruppe wolle das Unternehmen nun wieder in das Online-Casino-Geschäft einsteigen.

Das hat sich in den Online-Casinos geändert

Spielerinnen und Spieler, die am 15. Oktober eine Online-Glücksspiel-Plattform besuchten, sahen sich mit enormen Änderungen konfrontiert. So ist es seit Beginn der Übergangsphase in zahlreichen Casinos nicht mehr möglich, die Spiele ohne Anmeldung kostenlos zu testen. Dies ist in § 6i Abs. 1 des Glücksspielstaatsvertrags festgelegt.

 

Es ist nun eine Registrierung im jeweiligen Casino notwendig. Viele Anbieter verlangen zudem Identitätsnachweise in Form von Kopien offizieller Dokumente, um die Registrierung abzuschließen.

 

Das Spielangebot auf den Webseiten ist stark reduziert. So ist es nicht mehr möglich, progressive Jackpot-Slots wie Mega Moolah, Mega Fortune oder Arabian Nights zu spielen.

 

Nach Live Casino-Angeboten sowie softwarebasierten Roulette-, Blackjack-, Baccarat- und Casino Holdem-Spielen suchen deutsche SpielerInnen ebenso vergebens.

Warum gibt es kein Roulette oder Blackjack mehr?

 

Die Antwort auf die Frage, warum klassische Casinospiele nicht mehr angeboten werden, ist dem Absatz 2 des Paragrafen 22a des Glücksspielstaatsvertrags 2021 zu entnehmen:

 

§ 22a Virtuelle Automatenspiele

 

(2) Virtuelle Automatenspiele, die herkömmlich in Spielbanken veranstalteten Tischspielen mit Bankhalter, insbesondere Roulette, Black Jack oder Baccara, entsprechen, sind unzulässig.

Unsicherheit bei der Kontrolle

Der Beginn der Übergangsphase dürfte einige neue Probleme mit sich bringen. So sei noch nicht geklärt, wie kontrolliert werde, ob die Glücksspiel-Anbieter sich an die Vorgaben hielten.

 

Eine Sprecherin der Innenbehörde in Bremen erklärte:

Eine Abstimmung zwischen den Ländern ist bisher nicht erfolgt. Ein Austausch soll aber im Rahmen der bestehenden Gremien erfolgen.

Konkrete Angaben könnten derzeit noch nicht gemacht werden, erklärten auch die Ministerien in Hamburg und Niedersachsen.

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