Dienstag, 17. Mai 2022

US-Wahlen 2024: Buchmacher setzen auf Donald Trump

Donald Trump guckt verschmitzt Der Blick auf die Quoten der Buchmacher dürfte Donald Trump erfreuen (Quelle:flickr.com/Gage Skidmore)

Seit knapp einem Jahr ist Ex-US-Präsident Trump nicht mehr im Amt. Still wird es um den 75-jährigen Republikaner trotzdem nicht. So erneuert er regelmäßig Anschuldigungen, nach denen er die Wahl nicht verloren habe, sondern sie ihm durch einen illegalen Umsturz „gestohlen“ worden sei.

Im Fall einer erneuten Kandidatur im Jahr 2024 räumen Buchmacher dem Ex-Präsidenten mittlerweile gute Chancen auf die Wiederwahl ein.

Buchmacher sehen Donald Trump vorn

Bislang hatte sich US-Präsident Joe Biden bei Fragen nach einer möglichen erneuten Kandidatur meist bedeckt gehalten. In einem in dieser Woche ausgestrahlten Fernseh-Interview zeigte sich der Demokrat etwas redseliger. So erklärte er, dass die Chancen hierfür deutlich stiegen, sollte er sehen, dass sein einstiger Rivale Trump ebenfalls im Rennen um die Präsidentschaft antrete.

Betrachtet man die aktuelle Situation, könnte dies beinah als Versprechen gelten, dass der dann 82-jährige Biden auch 2024 wieder auf Wahlkampftour gehen wird. Donald Trump jedenfalls lässt auch weiterhin keinen Zweifel an seinem gefühlten Anspruch auf das Amt des POTUS.

So hält er an der Erzählung fest, bei den Präsidentschaftswahlen 2020 um den Sieg betrogen worden zu sein. Auch an der Basis rumort es weiter, wie unter anderem die Washington Post in dieser Woche in einem ausführlichen Artikel [Seite auf Englisch] beschrieben hat .

In dieser Woche kündigte Donald Trump für den 6. Januar 2022 eine Pressekonferenz an, auf der er sich ausgiebig mit dem Thema der „manipulierten Wahl“ befassen werde. Der Termin ist damit der Jahrestag des sogenannten „Sturm auf das Kapitol“.

Am 6. Januar 2021 hatten aufgebrachte und mutmaßlich von ihrem Idol angestachelte Trump-Befürworter den Sitz des US-Kongresses in Washington, D.C. gestürmt. Die entstandenen Bilder sorgten weltweit für Irritation und Entsetzen. Eine Frau aus der Menge starb bei dem Ansturm.

Die Chancen, dass der umstrittene Republikaner wieder ins Weiße Haus einziehen könnte, scheinen dabei gar nicht so niedrig zu sein. Seit einigen Wochen ist auf diversen Wett-Plattformen ein steigendes Vertrauen in einen möglichen nächsten Präsidenten Trump zu beobachten.

Trump hängt Biden und Harris ab

So überholte der 75-Jährige Mitte Oktober erstmals seit der verlorenen Wahl seinen Kontrahenten Biden bei der Frage, wer aus den Wahlen 2024 als Sieger hervorgehen werde. So rechnete unter anderem der britische Buchmacher Smarkets Trump eine Chance von 20 % zu. Biden kam auf knapp 19 %, es folgte Vizepräsidentin Kamala Harris mit 13 %.

Matthew Shaddick, Leiter der politischen Märkte bei Smarkets erklärte damals dem Las Vegas Review Journal gegenüber:

Es ist eine ziemlich verblüffende Entwicklung, dass ein unterlegener Präsident mit nur einer Amtszeit den Amtsinhaber, der ihn besiegt hat, als Favorit ablöst, aber wir wissen inzwischen, dass Donald Trump kein gewöhnlicher Politiker ist. Es ist noch zu früh, aber die neuesten Marktsignale deuten darauf hin, dass es 2024 zu einem Rückkampf zwischen Biden und Trump kommen könnte, wobei Trump den Wetten zufolge derzeit einen leichten Vorsprung hat.

Dieser Trend scheint sich nun zu verfestigen. Das Online-Portal electionbettings.com führt Daten verschiedener Wett- und Tradingplattformen wie betfair, FTX und PredictIt zusammen.

Den Zahlen zufolge sehen Buchmacher und Nutzer den Ex-Präsidenten im Rennen um die kommende Wahl aktuell meilenweit in Führung.

So sei mit einer Wahrscheinlichkeit von 29,8 % davon auszugehen, dass der ehemalige Präsident auch der neue werde. Joe Biden folgt mit 17,2 %. Kamala Harris liegt mit 10,2 % nur knapp vor dem Gouverneur von Florida, dem Republikaner Ron DeSantis (9,9 %).

Alle weiteren möglichen und eher unmöglichen Bewerber liegen bei unter 5 %. Hier finden sich auch Namen wie Michelle Obama (1,3 %) oder Ivanka Trump (0,7 %).

Dem aktuellen Stand zufolge geht Donald Trump also als Favorit für die US-Präsidentschaftswahlen 2024 ins neue Jahr. Die Erfahrung lehrt jedoch, dass knapp drei Jahre insbesondere auf dem politischen Parkett eine sehr lange Zeit sein können. Überraschungen nicht ausgeschlossen.