Freitag, 30. September 2022

Veikkaus tritt für Ende des Glücks­spiel-Monopols in Finnland ein

Webseite Online-Glücksspiel Veikkaus Veikkaus besitzt das finnische Glücksspiel-Monopol (Bild: Veikkaus)

In Finnland könnte das seit Jahrzehnten bestehende Glücksspiel-Monopol von Veikkaus fallen. Der staatliche Glücksspiel-Konzern brachte diesen Schritt nun selbst ins Spiel, indem er anregte, das auf einen Anbieter begrenzte Lizenzsystem künftig zu erweitern.

Gleiche Bedingungen für alle Anbieter

Bereits jetzt tummelten sich viele internationale Glücksspiel-Unternehmen ohne Lizenz auf dem finnischen Markt, so Veikkaus in einem am Mittwoch veröffentlichten Finanzbericht. Die Abkehr vom Glücksspiel-Monopol würde der aktuellen Situation lediglich einen rechtlichen Rahmen geben und das stark regulierte Glücksspiel-Geschäft von Veikkaus mit dem der anderen Anbieter gleichsetzen.

Veikkaus-Vizepräsident Velipekka Nummikoski betonte deshalb am Mittwoch gegenüber lokalen Medien:

Unsere Konkurrenten arbeiten nicht unter der finnischen Regulierung und ihre Lizenzierung würde sich [unter dem vorgeschlagenen System] ändern. Dann würden alle unter den gleichen Bedingungen agieren.

In dem Geschäftsbericht kommt Veikkaus zu dem Schluss, dass die Einbeziehung weiterer Glücksspiel-Anbieter viele Vorteile bringe. So würde das illegale Spiel bei ausländischen Anbietern zurückgedrängt. Dadurch könne neben einem verbesserten Spielerschutz auch der Staat in Form höherer Steuereinnahmen profitieren.

Als positives Beispiel für ein gelungenes Lizenzmodell nennt der Veikkaus-Vorstand das Nachbarland Schweden. Glücksspiel-Unternehmen, die dort ihr Online-Angebot vermarkten wollen, benötigen eine behördliche Genehmigung und müssen 18 % Steuern an den Staat abführen. Nach Angaben von Nummikoski habe das Modell zu einer Kanalisierungsquote von 90 % geführt. Dies sei ein eindeutiges Zeichen für den Erfolg des schwedischen Ansatzes.

Keine Monopolstellung im Online-Glücksspiel?

Der finnische Glücksspiel-Konzern bezweifelt zudem, dass er tatsächlich im Besitz eines generellen Monopols auf Glücksspiel im Land sei. So komme der staatliche Anbieter beim Online-Glücksspiel aktuellen Zahlen zufolge lediglich auf einen Marktanteil von rund 50 %.

Nach Behördenangaben werde der gesamte Online-Umsatz in Finnland auf etwa 520 Mio. Euro im Jahr geschätzt. Aus dem neuesten Geschäftsbericht gehe jedoch hervor, dass Veikkaus im Online-Bereich „nur“ 260 Mio. Euro generiert habe.

Nummikoski erklärte in diesem Zusammenhang:

Man könnte sich fragen, ob wir wirklich noch ein Monopolsystem haben.

Etwas anders sehe es beim terrestrischen Spiel aus, welches jedoch eine kontinuierlich geringere Bedeutung für Veikkaus habe. So habe das Unternehmen vor wenigen Wochen damit begonnen, den Betrieb von Spielautomaten zu begrenzen.

Die Aufgabe der offiziellen Monopolstellung dürfte Veikkaus somit weniger treffen, als viele vermuten könnten. Allerdings würde sie internationalen Anbietern offiziell die Tür öffnen, um in Finnland ihre Online-Casinos und -Sportwetten zu vermarkten.

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