, 23.09.2020

Aufgrund eines Doping-Verdachtes bei der diesjährigen Tour de France hat es am Montag zwei Verhaftungen gegeben. Wie die französische Zeitung Midi Libre [Seite auf Französisch] am Dienstag berichtet hat, handle es sich um einen Arzt sowie einen Physiotherapeuten aus dem Umfeld des Teams Arkéa-Samsic.

 

Verdächtige Medikamente gefunden

 

Zu den Verhaftungen sei es gekommen, nachdem die französische Polizei bereits am 16. September verdächtige Medikamente und Injektionsmaterial in ihrem Besitz gefunden habe, so die Staatsanwältin von Marseille, Dominique Laurens. Die gefundenen Substanzen könnten dafür eingesetzt werden, die sportliche Leistung verbessern, hieß es.

Die Tour de France war am Sonntag mit einem Sieg des 21-jährigen Tadej Pogačar vom Team UAE Emirates zu Ende gegangen. Damit ist dieser der jüngste Gewinner der Tour seit 1904. Der zweite Platz ging an Primož Roglič vom Team Jumbo-Visma.

 

Kurz darauf waren Spekulationen aufgekommen, nach denen die beiden Slowenen das Rennen unter Einfluss von Aufputschmitteln gemeistert hätten. Doping-Experten seien insbesondere hinsichtlich Pogačars jungen Alters und der außergewöhnlichen Performance der beiden Fahrer stutzig geworden. Auch ihre Herkunft Slowenien, das in der Vergangenheit häufig mit Doping in Verbindung gebracht wurde, habe eine Rolle gespielt.

 

Pogačar hatte die Anschuldigungen schnell von sich gewiesen und Bedauern über ein „Klima der Verdächtigungen“ im Radsport ausgedrückt.

Fahrer des Teams Arkéa-Samsic im Visier

 

Die beiden Festgenommenen seien keine Mitarbeiter des Teams, hätten jedoch eine Verbindung zu den kolumbianischen Fahrern Nairo und Dayer Quintana. Daher seien auch Durchsuchungen bei den Brüdern durchgeführt worden.

 

Nach Bekanntwerden der Anschuldigungen meldete sich Nairo Quintana am Dienstagabend zu Wort:

(…) Keine aufputschende Substanz wurde jemals gefunden. (…). Ich habe nichts zu verbergen und hatte nie etwas zu verbergen (…). Während meiner gesamten Sportkarriere bin ich ein sauberer Fahrer gewesen.

Die Staatsanwaltschaft verdächtige unterdessen mehrere nicht benannte Fahrer des Teams, „ohne medizinisches Erfordernis eine verbotene Substanz“ zu sich genommen zu haben, die im Rahmen des Radrennens zum Doping gedient haben könnte. Die beiden Mitglieder des Ärzteteams seien verdächtig, die entsprechenden Substanzen verabreicht zu haben.

 

Die beschlagnahmten Medikamente und Gerätschaften würden nun näher untersucht und analysiert, so die Staatsanwältin.