, 24.02.2021

Der spanische Glücksspiel-Anbieter Codere soll in Verkaufsverhandlungen mit dem österreichischen Glücksspiel-Konzern Novomatic getreten sein. Nach Angaben der spanischen Online-Zeitung El Confidencial plane das Unternehmen, sein Online-Glücksspiel-Geschäft zu einem Anteil von 51 % zu verkaufen. Auf die Nachricht hin habe Codere jedoch abgestritten, sich von einem Mehrheitsanteil an seinem Online-Geschäft trennen zu wollen.

 

Gestern titelte El Confidencial [Seite auf Spanisch]: „Codere verhandelt den Verkauf seiner Online-Glücksspiel-Abteilung an den Giganten Novomatic“. Wie die Wirtschaftszeitung berichtet, habe Codere aufgrund der Corona-Pandemie finanzielle Probleme und sei nun auf der Suche nach Wegen aus der Krise.

Im November 2020 hatte Codere angekündigt, in den ersten neun Monaten des Jahres lediglich 56 % seiner Einkünfte aus dem Vorjahr erzielt zu haben. Nachdem die Glücksspiel-Einrichtungen in Spanien Corona-bedingt zum Teil monatelang geschlossen waren, habe das Unternehmen nach den Öffnungen im dritten Quartal jedoch wieder Gewinne verzeichnen können.

 

Aufgrund der zweiten und dritten Coronavirus-Welle wurden die Glücksspiel-Einrichtungen in Spanien vielerorts allerdings erneut geschlossen. Das Online-Glücksspiel ist zwar von diesen Schließungen nicht betroffen, wohl aber von den weitreichenden Werbebeschränkungen, die Anfang November in Kraft getreten sind.

Wie El Confidencial von anonymen Quellen erfahren habe, habe Novomatic Codere angeboten, 51 % seines Online-Glücksspiel-Geschäftes zu übernehmen. Dieser Bereich erziele derzeit einen Umsatz von rund 100 Mio. Euro und könne nach Meinung der Analysten mit nahezu 200 Mio. Euro bewertet werden. Interesse habe der österreichische Glücksspiel-Konzern am Online-Segment von Codere vor allem wegen dessen Präsenz in Kolumbien, Mexiko und Panama.

 

Spekulationen über den Verkauf von Anteilen

 

Codere habe den Journalisten gegenüber versichert:

Codere sucht immer nach alternativen Strategien, um seine Geschäftsmöglichkeiten zu ermitteln.

Das Online-Glücksspiel-Segment biete verschiedene Wachstumschancen, teilweise aufgrund des Voranschreitens der Glücksspiel-Regulation in Lateinamerika. Um neue Möglichkeiten ausschöpfen zu können, sei jedoch eine große Menge an Ressourcen erforderlich, finanzielle ebenso wie personelle. Daher prüfe das Unternehmen gerade die Option, mit einem „strategischen Partner“ zusammenzuarbeiten.

 

Andere Quellen bestreiten jedoch, dass Codere im Zuge von Umstrukturierungen bereit wäre, auf einen Mehrheitsanteil zu verzichten. Demnach wolle der Glücksspiel-Anbieter nicht mehr als 49 % seines Online-Glücksspiel-Zweiges veräußern.

 

Novomatic habe sich zu Medienanfragen hinsichtlich möglicher Kaufverhandlungen mit Codere bislang nicht geäußert.

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