Sonntag, 02. Oktober 2022

Glücksspiel-Anbieter Codere: Beginnender Aufschwung in Europa nach massiven Gewinn­rückgängen

Corona

Der in Europa und Lateinamerika operierende Glücksspielanbieter Codere hat gestern seine Ergebnisse für die ersten drei Quartale des Jahres 2020 präsentiert. Die Einnahmen lägen mit 461 Mio. Euro 56 % unter denen des Vorjahres. Ursache der Rückgänge seien die Coronavirus-bedingten Schließungen der Glücksspieleinrichtungen in Europa und Lateinamerika.

Höchste Einbußen im zweiten Quartal 2020

Wie Codere in seiner gestrigen Pressemitteilung verkündet hat, habe das in Spanien ansässige Unternehmen in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres ein EBITDA (Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) in Höhe von 28,2 Mio. Euro erreicht. Dies entspreche im Vergleich zum selben Vorjahreszeitraum Einbußen in Höhe von 88 %.

Grund seien die durch die weltweite Corona-Pandemie verursachten Schließungen der Glücksspieleinrichtungen gewesen. Besonders im zweiten Trimester hätten diese zu massiven Einbußen, in einigen Ländern sogar zum totalen Stillstand, geführt.

Nach den Wiedereröffnungen hätte das Unternehmen jedoch wieder steigende Zahlen zu verzeichnen gehabt. Positiv zu nennen seien dabei die Gewinne in Spanien (11,4 Mio. EUR), in Italien (5,1 Mio. EUR) und in Uruguay (4,2 Mio. EUR) sowie der Gewinn aus dem Online-Glücksspiel in Höhe von 2,7 Mio. EUR).

Im vergangenen Monat erklärte Codere-Generaldirektor Vicente Di Loreto auf der Konferenz „Apostamos x ti“ („Wir setzen auf dich“), trotz des kürzlich eingetretenen Werbeverbots weiterhin auf den spanischen Markt zu setzen und hier sowohl die Bemühungen als auch die Investitionen „verdoppeln“ zu wollen. Derzeit operiere das Glücksspielunternehmen in acht Ländern Europas und Lateinamerikas und biete hier eine breite Produktpalette, darunter Sportwetten, Casinospiele, Bingo, Spielautomaten und vieles mehr an. In Spanien sei Codere jedoch der einzige Anbieter, der mit seinen Sportwetten im gesamten Land präsent sei.

Codere setzt Hoffnungen auf das vierte Quartal

Derzeit habe das Unternehmen an nahezu allen Märkten den Glücksspielbetrieb wieder aufnehmen können. Ausnahmen bildeten dabei lediglich die Länder Argentinien und Mexiko. Für den Rest des Jahres erhoffe sich das Unternehmen eine positive Perspektive:

Entsprechend der Erwartungen des Managements – da keine offiziellen Bestätigungen vorliegen – könnten alle unsere Betriebe wieder geöffnet sein, bevor das Jahr endet. Die Performance ist in den offenen Märkten immer noch stark und erreicht wenige Wochen nach der Wiedereröffnung zwischen 70 % und 90 % unseres Umsatzniveaus von 2019.

Wie sich die Geschäftsergebnisse im Gesamtgeschäftsjahr entwickeln, dürfte nun davon abhängen, inwiefern die Glücksspieleinnahmen weiterhin von der Coronavirus-Pandemie beeinflusst und ob die Glücksspieleinrichtungen von weiteren Schließungen betroffen sein werden.