, 23.08.2020

Der vollständige Abriss des Trump Plaza Atlantic City Casinos verzögert sich nach Auskunft des Besitzers Carl Icahn erheblich. Der Milliardär betonte, dass es voraussichtlich bis zum kommenden Sommer dauern werde, ehe die Casino-Ruine endgültig dem Erdboden gleichgemacht sei.

 

Ursprünglich war geplant, das von lokalen Medien oft als „Schandfleck“ bezeichnete Casino und seine beiden Hoteltürme noch im Laufe dieses Jahres abzutragen. Dies forderte auch Atlantic Citys Bürgermeister Marty Small Sr., der vor Kurzem auf die Einhaltung des Zeitplans gepocht hatte:

Das Ziel meiner Verwaltung ist es, es bis Ende dieses Jahres oder bis Ende Februar abzureißen.

Die Rufe nach einem zügigen Abriss waren auch in der Öffentlichkeit lauter geworden, nachdem in der Vergangenheit wiederholt Teile von den Fassaden des maroden Casinos in die Tiefe und auf den weltberühmten Boardwalk von Atlantic City gestürzt waren.

 

Der Milliardär bremst Hoffnungen

Allerdings macht der aktuelle Besitzer der Stadtverwaltung wenig Hoffnung, dass es bei dem geforderten Termin bleibt. In einem Schreiben erklärten Vertreter von Carl Icahn, dass Juni 2021 ein realistischerer Zeitpunkt für die Beendigung der Arbeiten sei.

Das Trump Plaza Atlantic City war im Jahr 1984 feierlich eröffnet worden und neben dem Taj Mahal des zweite Casino des US-Präsidenten in der Spielerstadt an der US-Ostküste. Doch bereits in den 1990er Jahren begannen Gästezahlen und Einnahmen rapide zu sinken, sodass Trump für den Betrieb 1995 erstmals Bankrott anmelden musste.

 

Nach einer weiteren Pleite im Jahr 2009 beschlossen die Eigentümer 2014, das Casino endgültig zu schließen. Seitdem steht der direkt am Atlantik gelegene Gebäudekomplex, der 2016 vom Immobilieninvestor Icahn gekauft worden war, leer und verfällt.

Einen Grund für die Verzögerung nannte Icahn nicht. Beobachter vermuten jedoch, dass der langsame Abriss mit Forderungen des Spekulanten gegenüber dem Bundesstaat New Jersey, in dem Atlantic City liegt, zusammenhängen könnte.

 

So habe der Milliardär zur Finanzierung der teuren Abrissarbeiten Steuervergünstigungen in Höhe von rund 15 Mio. USD verlangt. Dieses Ansinnen sei von der Finanzbehörde jedoch abgewiesen worden.

 

Zudem verurteilte der New Jersey Superior Court Icahn bereits Anfang des Jahres, den Abbruch zügig in die Wege zu leiten. Wie es derzeit scheint, dürfte sich dieser Prozess jedoch noch über viele Monate hinziehen.

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