, 20.10.2020

Die Corona-Pandemie führt in Wales erneut zu starken Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Am Montag verkündete der Erste Minister des Landes Mark Drakeford, dass ab dem 23. Oktober ein neuer Lockdown gelten werde. Damit müssen neben Pubs, Restaurants und anderen nicht-existenziellen Geschäften auch Glücksspielbetriebe wie Casinos und Wettbüros schließen.

 

Landbasiertes Glücksspiel ruht bis 9. November

Die Maßnahme soll nach Willen der Regierung von kommendem Freitag für vorerst 17 Tage gelten, so Drakeford. Damit brechen für die durch den früheren Lockdown finanziell arg strapazierten Betreiber landbasierter Glücksspieleinrichtungen erneut schwere Zeiten an.

Ursache für den erneuten Lockdown sind die ansteigenden Infektionsraten in Wales. Offiziellen Angaben zufolge wurden zwischen dem 9. und 15. Oktober 4.127 neue COVID-19-Infektionen gezählt. Damit kommt das Land auf einen Inzidenzwert von über 130.

Zu den Betroffenen zählen die in der Hauptstadt Cardiff (Grosvenor G Casino, Les Croupiers Casino, Rainbow Casino) sowie in der Hafenstadt Swansea (Grosvenor Casino) beheimateten Spielcasinos des Landes. Diese hatten im Zuge früherer Lockerungsmaßnahmen erst vor wenigen Wochen ihre Türen wieder für Spieler öffnen dürfen.

 

Neben den Casinos dürfte der Entschluss die derzeit 336 Wettbüros in Wales ebenfalls hart treffen. Auch viele von ihnen kämpfen seit der vergangenen Schließung um ihre Existenz.

 

Drakeford betonte in seiner Rede, dass er sich der schwierigen Situation bewusst sei. Dennoch zeigte er sich hoffnungsvoll:

Dies ist der Moment, um zusammen zu kommen, um unsere Rolle in dem gemeinsamen Bestreben wahrzunehmen, den NHS (das staatliche britische Gesundheitssystem; Anm. der Redaktion) zu schützen und Leben zu retten. Es wird nicht einfach, aber gemeinsam werden wir es schaffen.

Gleichzeitig kündigte er ein 300 Mio. GBP schweres Programm für notleidende Unternehmen und ihre Beschäftigten an. Der britische Glücksspielverband verlangte jedoch weitergehende Maßnahmen, um die Glücksspielindustrie gezielt zu unterstützen.

 

Via Twitter forderte der Verband, ein spezielles Hilfspaket für Wettbüros und Casinos zu schnüren. Sonst bestünde Gefahr, dass viele der rund 2.000 in der Branche Beschäftigten in die Arbeitslosigkeit geschickt werden könnten.