, 19.05.2021

Spielerschützer kritisieren seit Langem die Vielzahl der kostenpflichtigen Extras in Videospielen. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur warnte Ingo Weidenkaff, Jugendmedienreferent der Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz Thüringen, vor zu hohen Ausgaben, die Kinder beim Gaming tätigen könnten.

 

Kostenpflichtige Angebote das Problem?

Ein Grund für die zunehmenden Ausgaben der Heranwachsenden seien die vielfältigen Möglichkeiten, die die Games beim In-App-Kauf böten. Ob Skins, Lootboxen oder andere Extras zur Verbesserung von Spielstärke und -charakteren, sie alle kosteten kleinere Beträge, die auf die Dauer zu Ausgaben im zwei- bis dreistelligen Eurobereich führen könnten.

 

Auf diese Weise sei es möglich, dass Kinder relativ schnell den Überblick über ihre Ausgaben verlieren und sogar Schulden anhäuften. Größere Verluste seien zwar die Ausnahme, aber je geringer die eingesetzten Summen seien, desto höher die Anzahl der Fälle, so Weidenkaff.

 

Eltern könnten ihre Kinder besser schützen, indem sie bei der Vergabe des Taschengeldes einen engen Rahmen setzten. Viele Heranwachsende, die zu viel Geld zur Verfügung hätten, würden dieses regelrecht “verzocken”.

 

Sollten Kinder jedoch Verträge, etwa kostenpflichtige Gaming-Abonnements, abgeschlossen haben, rät der Jugendschützer, sich externe Hilfe zu holen:

Da ist die Verbraucherzentrale ein wichtiger Partner, der da vermittelt.

Zugleich sollten Eltern auf jeden Fall vermeiden, ihren Kindern Kreditkartendetails mitzuteilen. Derart kostspielige Fälle träten immer wieder auf.

 

Persönliche und schulische Probleme der Betroffenen

Die negativen Folgen gehen über finanzielle Engpässe für die Heranwachsenden hinaus. Suchtexperten berichten, dass die Risiko-Gamer verstärkt über persönliche Sorgen und Ängste klagten.

Der DAK-Studie „Geld für Games“ zufolge gab die Hälfte von 1.000 befragten Kindern und Jugendlichen Geld für das Gaming aus. Durchschnittlich lagen die Ausgaben bei 18 Euro im Monat, wobei in Einzelfällen Maximalbeträge von bis zu 180 Euro für Fifa, Fortnite und Co. aufgewendet worden seien. Forscher des Deutschen Zentrums für Suchtfragen am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf haben zudem ermittelt, dass 15,4 % der Jugendlichen ein riskantes oder gar pathologisches Spielverhalten entwickelt haben.

Auch von verstärkten schulischen Problemen werde bei den Betroffenen berichtet. Demnach lägen ihre Ausfallzeiten rund drei Mal so hoch wie die von Schülern ohne Probleme mit dem Gaming.

 

Damit könne eine Computerspielsucht schwerwiegende Folgen für die berufliche Zukunft der jungen Spieler nach sich ziehen, warnen die Suchtforscher. Diese seien noch weitaus gefährlicher als das für das Gaming ausgegebene Taschengeld.