, 06.02.2019

Im Achtelfinale des DFB-Pokals hat die favorisierte Borussia gestern für viele überraschend auf eigenem Platz im Elfmeterschießen mit 2:4 gegen Werder Bremen verloren.

 

Das Aufeinandertreffen von Dortmund und Bremen bot den Fans einen spannenden Pokal-Kracher, denn die beiden Teams lieferten sich im Signal Iduna-Park einen Schlagabtausch auf höchstem Niveau.

 

Die Gäste erwischten dabei den besseren Start und gingen schon in der fünften Minute durch Kruse mit 1:0 in Führung. Danach boten sich den offensiv aufspielenden Mannschaften Chancen auf beiden Seiten, doch es dauerte bis zur 45. Minute, ehe Reus per Freistoß den Ausgleich markierte.

 

Torreiche Verlängerung in Dortmund

Fußballspieler Claudio Pizarro

Werders Claudio Pizarro (Bild: Werder Bremen)

Auch danach wogte die Partie munter hin und her, doch dank der guten Defensivleistung auf beiden Seiten gelang es keiner Elf, in der regulären Spielzeit für die Entscheidung zu sorgen. So wurde diese auf die Verlängerung vertagt.

 

Hier sorgte Pulisic in der 105. Minute für Dortmunder Jubel, doch Bremens Altmeister Pizarro bewies mit seinen inzwischen 40 Jahren, dass er noch lang nicht zum alten Eisen gehört: Nur drei Minuten später sorgte er für den verdienten Ausgleich.

 

Als in der 113. Minute Hakimi das 3:2 für Dortmund gelang, kochte die Stimmung im Stadion über. Doch die Freude dauerte nur bis eine Minute vor Schluss, als Harnik Werder mit seinem Kopfballtreffer vor der Niederlage bewahrte.

 

Das Elfmeterschießen musste also die Entscheidung bringen. Hier behielten die Bremer die Nerven, denn sie trafen alle vom Punkt. Auf BVB-Seite waren Paco Alcacer und Philipp weniger erfolgreich und verschossen ihre Elfmeter. Was blieb, war grenzenloser Jubel bei Werder und Trauerstimmung bei Schwarzgelb auf den Rängen und dem Platz.

 

Werders Pizarro sagte nach dem nervenaufreibenden Spiel:

Der Sieg heute hier ist der Wahnsinn! Wir haben es verdient, in die nächste Phase des Pokals zu kommen. Wir haben gekämpft und auch die Tore gemacht.

Nach dem enttäuschenden Unentschieden gegen Eintracht Frankfurt am vergangen Wochenende ist dies der zweite Rückschlag für die Borussia. Am kommenden Samstag bekommen Spieler und Trainer im eigenen Stadion jedoch die Chance auf Wiedergutmachung. Dann empfängt der Club den Tabellenachten aus Hoffenheim.

 

Zwei weitere Bundesligisten raus

Dass der DFB-Pokal seine eigenen Gesetze hat, zeigte sich auch bei den anderen Spielen des Achtelfinales am Dienstag. Dort kam es ebenfalls teilweise zu überraschenden Siegen, bei denen mit Bayer Leverkusen und dem 1. FC Nürnberg zwei weitere Bundesligisten als Verlierer vom Feld gingen.

 

Eine ganz besondere Ausgangssituation erlebte dabei der Hamburger SV, der bei seinem Aufeinandertreffen mit Nürnberg erstmals in seiner Pokal-Geschichte gegen einen höherklassigen Verein antreten musste. Bei seinem 1:0-Heimsieg gegen harmlose Nürnberger zeigte sich der Klassenunterschied allerdings nicht.

 

Die Hausherren waren von Beginn an präsent und kamen bereits in den ersten 20 Minuten zu zahlreichen Torchancen. Der Bundesligist aus Franken verlegte sich stattdessen auf Abwehrarbeit und konnte sich kaum nennenswerte Möglichkeiten erspielen.

 

Das 1:0 durch den in der Winterpause aus Stuttgart gewechselten Özcan war die logische Konsequenz, sodass der finanziell nicht auf Rosen gebettete HSV in der nächsten Pokalrunde mit weiteren lukrativen Einnahmen rechnen darf.

 

Auch Bayer Leverkusen verliert

Die Niederlage von Bayer Leverkusen gegen den 1. FC Heidenheim aus der zweiten Bundesliga war die zweite Pokalsensation des Tages. Nicht zuletzt dank ihres 3:1-Siegs gegen Bayern München kam die Werkself mit gehörig Rückenwind auf den Platz.

 

Doch der 1:1,55-Favorit konnte an seine Leistung vom Wochenende nicht anknüpfen und führte nach den ersten 45 Minuten nur dank eines späten Treffers mit 1:0. Quasi mit Beginn der zweiten Hälfte gelang dem Tabellensechsten der zweiten Liga jedoch der Ausgleich.

 

Dieses Tor beflügelte den 1:5;80-Außenseiter, der mutig weiter gegen Leverkusens Tor anstürmte und dafür in der 72. Minute mit dem 2:1 belohnt wurde. Bayer konnte die folgenden knapp 20 Minuten nicht mehr für den Ausgleich nutzen, weshalb mit Heidenheim, Paderborn und dem HSV nun erstmals seit 2010/11 wieder drei Nicht-Bundesligisten im Viertelfinale stehen. Sollte heute Kiel gegen Augsburg gewinnen, würden sogar vier unterklassige Clubs auf vier Teams aus der Bundesliga treffen.

 

Heutiges Topspiel: Berlin gegen Bayern

Bayern München bekommt es heute Abend mit Hertha BSC Berlin zu tun. Trotz ihrer Niederlage gegen Leverkusen sind die Münchener klarer Favorit gegen die Hertha, die in der Bundesliga zuletzt nur durchwachsene Leistungen zeigte. So konnten die Berliner nur eine ihrer letzten acht Begegnungen für sich entscheiden.

Bayern bei Wettbüros Titelfavorit
Die Buchmacher sehen es ähnlich wie die Fußballexperten, denn sie bewerten Münchens Chancen auf den Pokal mit durchschnittlich 1:1,40, während es für einen Sieg der Hausherren 1:7,00 gibt. Nach dem Ausscheiden der bisher als Pokalsieger gehandelten Dortmunder werden die Bayern mit großem Abstand als kommender Titelträger gehandelt.

Für sie liegen die Quoten bei durchschnittlich 1:1,70. Mit 1:6,60 folgen die – noch nicht für die nächste Runde qualifizierten – Leipziger. Doch wie wenig Wettquoten über den tatsächlichen Ausgang des Matchs verraten, musste der BVB gestern bitter erfahren.

Bis auf das Spiel von Kiel gegen Augsburg sind die heutigen Partien ebenfalls bundesligainterne Matches: Dabei trifft RB Leipzig auf den VFL Wolfsburg, während Schalke 04 Fortuna Düsseldorf empfängt.

 

Die Auslosung für das Viertelfinale findet am Sonntag, den 10. Februar 2019, im Deutschen Fußball-Museum in Dortmund statt und wird live in der ARD-Spottschau übertragen. Handball-Nationalspieler Fabian Böhm wird die Spielpaarungen ziehen, die dann am 2. und 3. April stattfinden.