, 18.11.2021

Lootboxen in Videospielen geraten auch in Deutschland immer wieder in die Kritik. Die nordrhein-westfälische Lotto-Gesellschaft Westdeutsche Lotterie (kurz: WestLotto) fordert daher eine offene Diskussion zum Thema Regulierung von Lootboxen.

 

In seinem am Mittwoch veröffentlichten Statement betont WestLotto, dass Minderjährige in Deutschland besser vor den Beuteboxen und anderen glücksspielähnlichen Inhalten geschützt werden müssten. Minderjährige Spieler könnten die Risiken glücksspielähnlicher Elemente selbst kaum einschätzen. Axel Weber, Unternehmenssprecher bei WestLotto kommentiert:

Die Grenze zwischen Gaming und Gambling verschwimmt in immer mehr Spieleangeboten und den Jugendlichen ist oft nicht klar, dass hier besonders perfide Methoden der Gamesanbieter angewendet werden.

Aktuell fehlten jedoch die gesetzlichen Rahmenbedingungen, um gegen die kostenpflichtigen Spielelemente vorzugehen. Weder die Glücksspielbehörden in den einzelnen Bundesländern noch die neue Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) verfügten über die nötigen Bevollmächtigungen.

 

Eine gesetzliche Neuregulierung von Lootboxen sei daher dringend notwendig. Dabei müsse unbedingt der Aspekt des Glücksspiels berücksichtigt werden.

 

Aufklärung von ebenso großer Bedeutung

Bereits 2019 hatte sich WestLotto in ähnlicher Weise zum Thema geäußert. Damals kritisierte die Lotto-Gesellschaft spezifisch Spiele-Apps wie Coin Master. Minderjährige Nutzer könnten durch In-Game-Käufe innerhalb kürzester Zeit Tausende von Euro ausgeben.

Das bekannte Mobile Game Coin Master hat aufgrund seiner Glücksspiel-Elemente immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Zum einen können Nutzer über Echtgeldzahlungen virtuelle Münzen (Coins) erstehen, die benötigt werden, um ein virtuelles Dorf aufzubauen. Zum anderen können Spieler die Coins über einen virtuellen Spielautomaten in der App gewinnen.

 

Nach einem Verfahren durch die Landesanstalt für Medien NRW haben die App-Herausgeber Moon Active im April 2020 schließlich eine doppelte Altersverifizierung eingeführt. Seither können Minderjährige nicht mehr am Spiel teilnehmen. Eine Indizierung, wie von Satiriker Jan Böhmermann gefordert, hat die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) jedoch abgelehnt.

WestLotto habe seine Haltung gegenüber derartigen Spielen nicht geändert, betont das Unternehmen in seinem Statement. Kinder und Jugendliche sollten daher am besten überhaupt keinen Zugriff auf Lootboxen und glücksspielähnliche Inhalte erhalten, so Weber.

 

Gleichzeitig bemühe sich der Lotterie-Betreiber darum, seinerseits etwas dazu beizutragen, Minderjährige vor den umstrittenen Spielinhalten zu schützen. Dabei setze WestLotto auf Aufklärung. So organisiere das Unternehmen auch weiterhin seine „Smart Camps“, bei denen Schüler durch professionelle Trainer, Influencer und bekannte E-Sportler geschult würden.

 

Minderjährige sollen so „ohne erhobenen Zeigefinger“ den verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Inhalten lernen.