Samstag, 03. Dezember 2022

Donald Trump Favorit: Buchmacher veröffentlichen erste Wettquoten zu US-Präsident­schaftswahlen 2024

Donald Trump Donald Trump könnte wieder Präsident der USA werden. (Bild: flickr.com, Gage Skidmore)

Der US-amerikanische Wettanbieter DraftKings hat die ersten Wettquoten zu den US-Präsidentschaftswahlen 2024 für den kanadischen Markt in Ontario veröffentlicht. Einer aktuellen Meldung [Seite auf Englisch] des Sportwetten-Anbieters zufolge soll Donald Trump Favorit auf den Sieg sein.

Auf den Sieg von Trump bietet DraftKings eine Wettquote von 1,4, gefolgt von Floridas Gouverneur Ron DeSantis mit 4,0 und dem amtierenden Präsidenten Joe Biden mit 6,5. Die US-Aufsichtsbehörden haben allerdings Wetten auf ihren zukünftigen Präsidenten verboten.

Die Wettmärkte spiegeln derzeit Bidens historisch niedrige Zustimmungsrate wider. Medienberichten zufolge sei der Demokrat der unbeliebteste Präsident [Seite auf Englisch] in der amerikanischen Geschichte. Derselben Quelle zufolge glaubten etwa zwei Drittel der Amerikaner, dass Biden für die Inflation verantwortlich sei, mit der die Nation konfrontiert ist.

Joe Biden

Wegen der Inflation hat Präsident Joe Biden an Popularität eingebüßt. (Bild: flickr.com, Gage Skidmore)

Eine Mehrheit der Wähler hält die Inflation für das wichtigste Problem des Landes. Dies könnte viele Demokraten im Repräsentantenhaus dazu veranlasst haben, sich kurz vor den Zwischenwahlen vom Präsidenten zu distanzieren.

Es bleibt außerdem unklar, ob Biden überhaupt auf dem Stimmzettel stehen wird. Einige demokratische Aktivisten und liberale Experten haben erklärt, Biden sei zu alt für das Präsidentenamt.

Donald Trump unter Druck

Medienberichten zufolge soll Donald Trump derzeit darauf drängen, seine Kandidatur so schnell wie möglich bekanntzugeben. Grund dafür seien seine Rivalen, die zurzeit ins Rampenlicht träten.

In einem im New York Magazine kürzlich veröffentlichten Interview antwortete Trump auf die Frage, ob und wann er kandidieren werde:

Ich würde sagen, meine große Entscheidung wird sein, ob ich davor oder danach [den Zwischenwahlen] antrete.

Einige Republikaner sollen jedoch die Befürchtung geäußert haben, dass die Unruhen vor dem Capitol am 6. Januar dieses Jahres die Wahlen für die Republikaner negativ beeinflussen könnten.

Jüngsten Umfragen zufolge wünsche sich fast die Hälfte der republikanischen Wähler in den Vorwahlen einen alternativen Kandidaten. Trump würde in einer theoretischen Wiederholung der Präsidentschaftswahlen 2020 nur knapp gegen Präsident Biden verlieren, obwohl die Zustimmungswerte für seinen Erzfeind am Boden liegen.

All dies führe in Trumps Augen dazu, dass er seine Kandidatur lieber früher als später bekannt geben müsse. Dies solle andere Republikaner davon abhalten zu kandidieren. Trump hingegen könne die Lorbeeren ernten, wenn die Republikaner ins Repräsentantenhaus einzögen.

Diese Strategie dürfte recht riskant für Trump sein. Die Republikaner dürften ihre Kampagnen darauf auslegen, Bidens Versagen bei der Kontrolle der Inflation in den Fokus zu rücken.

Trump könnte den Demokraten die Gelegenheit geben, die Wahlen zu einem Referendum über den ehemaligen Präsidenten zu machen, um so die Kontrolle über den gespaltenen Senat zu übernehmen.

Sollte diese Strategie scheitern, könnte die Schuld auf Trump abgeladen werden. Sicher ist jedoch, die Präsidentschaftswahlen in den USA versprechen, ein spannendes Medienereignis zu werden.