, July 9, 2018

Main Event WSOP 2018

Die Bubble beim WSOP Main Event 2018 ist geplatzt. (Bildquelle: reviewjournal.com)

Nach drei Tagen Spielzeit bei dem $10.000 WSOP Main Event im Rio Hotel & Casino in Las Vegas ist die Bubble gestern um 12:30 AM (Ortszeit in Las Vegas   ) geplatzt. Von den 7.874 Spielern sind 1.182 verblieben und haben es in die Geldränge geschafft. Sie erhalten eine Mindestauszahlung von 15.000 US Dollar.

 

Die Spannung stieg gestern Vormittag im Turnierbereich des Rio Hotels, denn die Anzahl der verbliebenen Spieler belief sich nurmehr auf 1.183. Alle Zuschauer wurden gebeten, den Turnierbereich zu verlassen, denn es begann das Hand-für-Hand Spiel. Das bedeutet, dass jeder Tisch einzeln gespielt wird, um den Bubble Boy, den letzten Spieler vor den Geldrängen, zu ermitteln.

 

An der Bubble

Beim ersten Hand-für-Hand Spiel waren drei Spieler All-in. Gerard Cassis gelang es, sich mit KK vs. QQ zu verdoppeln. Auch Chi Chans A3 vs. Sam Lloyds A9 brachte kein Ergebnis.

 

Die Atmosphäre war so geladen, dass die Spieler mit Protest reagierten, als eine 20-minütige Pause angekündigt wurde. Auch die Erklärung, dass die Zeit für das Chip-up verwendet würde, um den Spielablauf zu erleichtern, konnte die Spieler nicht beruhigen.

 

Beim Chip-up werden Chips mit niedrigerem Wert in Chips mit höherem Wert ausgetauscht. Das ist im Turnierspiel üblich. Da die Blinds steigen, werden die niedrigen Chips nicht mehr benötigt.

 

Nach der zermürbenden Pause setzten sich die Spieler wieder an die Tische. Das Hand-für-Hand Spiel wurde fortgesetzt. Der nächste Spieler, der mit einem Shortstack All-in ging, war Ross Mallor mit AK suited gegen QQ von Ben Cade. Mallor konnte sich mit K auf dem Flop und Ass auf dem Turn verdoppeln.

Matthew Hopkins Bubbleboy

Matthew Hopkins ist der Bubbleboy des Main Events. (Bildquelle: pokerstars.com)

Die Aufmerksamkeit richtete sich dann auf einen anderen Tisch, an dem ein All-in von Matthew Hopkins mit A5 von Bryce McVay, der AQ zeigte, gecallt wurde. McVay eliminierte Hopkins, die Bubble ist geplatzt.

 

Effel, der Turnierleiter der WSOP 2018, schüttelte dem sichtlich enttäuschten Hopkins die Hand und lud ihn zum WSOP Main Event 2019 ein. Das ist eine neue Chance für Bubble Boy Matthew Hopkins.

 

Auch bekannte Poker Pros sind bereits vorzeitig ausgeschieden, unter anderem Phil Hellmuth, Chris Ferguson, Greg Merson und Jason Koon.

 

Für einige deutschsprachige Spieler lief es ebenfalls nicht gut. So haben Manig Löser, Jan-Eric Schwippert, Georg Danzer und Steffen Sontheimer bereits frühzeitig das Turnier verlassen müssen.

Aber es sind noch einige deutsche Spieler recht gut dabei, unter anderem Dennis Wilke, Paul Michaelis und Tobias Ziegler. Sie haben die Bubble gut überstanden und haben immer noch die Chance auf das Bracelet.

 

Phil Hellmuth schlägt über die Stränge

Wieder stellte Phil Hellmuth unter Beweis, warum er sich den Beinamen „Poker Flegel“ verdient hat. Der 14-fache WSOP Sieger, der in diesem Jahr als Donnergott Thor zum Main Event erschien, ist auch bekannt für seine Wutanfälle.

 

Wieder wurde er seinem Spitznamen gerecht, Wieder wurde er seinem Spitznamen gerecht, denn er war möglicherweise indirekt für das Ausscheiden eines anderen Spielers verantwortlich.

 

"Poker Brat" Phil Hellmuth

Phil Hellmuth hat den Spitznamen “Poker Brat”. (Bildquelle: reviewjournal.com)

Es begab sich an Tag 2C, als sich Alex Kuzmin, James Campbell und Phil Hellmuth den Flop mit 4d-3d-10s anschauten. Kuzmin hielt Kd-2d und tätigte eine Conti Bet, Hellmuth erhöhte mit 7c-7h. Camphell ging mit seinem Nut-Flush-Draw Ad-9d All-in.

 

Doch noch vor Kuzmins Call von Camphells All-in schwor Hellmuth, dass er nicht callen würde. Trotzdem warf er seine Chips in die Mitte. Das bedeutete, dass Camphell nun gegen zwei Hände antreten musste  und nicht nur gegen die eine von Kuzmin.

 

Es kam daraufhin zu einem kurzen Wortgefecht, denn Camphell hätte sich möglicherweise anders entschieden. Am Ende traf Kuzmin eine 2c am Turn und gewann den Pot. Für Camphell bedeutete dies das Ende des Turniers.

 

Hellmuth entschuldigt sich

Auf Twitter erntete Hellmuth heftige Kritik seitens der Community. Unter anderem beschwerten sich Spieler darüber, dass Hellmuth über seine Hände spreche, obwohl die aktuelle Hand noch gespielt würde.

 

So äußerte sich Isaac Haxton auf Twitter diesbezüglich:

„Jedes Mal, wenn ich mit @phil_hellmuth spiele, spricht er über seine Hände in Multiway-Pots, spielt außerhalb der Reihe oder spricht darüber, was er gefoldet hat, während eine Hand noch läuft. Die Spieler müssen etwas dagegen tun, den Floorman rufen, Strafen fordern. Die Turnierleitung muss Strafen verhängen. @wsoptd.“

 

Justin Bonomo kommentierte auf Twitter, dass er Hellmuths unfaire Strategie seit Jahren sehe. Vor allem möge Hellmuth keine aggressiven Spieler, insbesondere Shortstacks. Dies sei kein Einzelfall, sagte Bonomo weiter. Hellmuth erhalte aufgrund der Beeinflussung der Action, um den dritten Spieler aus dem Turnier zu drängen, große Vorteile.

 

Die Auseinandersetzung schien Hellmuth beschäftigt zu haben. Er entschuldigte sich auf Twitter und versprach Camphell ein Ticket für das WSOP Main Event im nächsten Jahr.

 

„@ JCamby33, ich habe wegen meines Ausbruch etwas an Schlaf eingebüßt. Ich dachte, du verlierst ohnehin die Hand, aber vielleicht habe ich mich geirrt. Du hast gut gespielt. Als eine Geste des guten Willens und weil ich Polizisten und Feuerwehrleute respektiere: Ich werde dir für das 2019 $10.000 @ WSOP Main Event ein Ticket kaufen.“

Pokerspielerinnen beim Main Event

Auch die Frauen sind in diesem Jahr gut bei der WSOP vertreten. Die dreifache Bracelet Gewinnerin Barbara Enright, die auch in der Poker Hall of Fame vertreten ist, liegt mit 1.260.000 Chips auf Platz 10 beim Chipcount. Enright ist die einzige Frau, die es 1995 bis an den Final Table eines Main Events der WSOP schaffte.

 

Pokerspielerin Barbara Enright

Pokerspielerin Barbara Enright ist noch beim Main Event dabei. (Bildquelle: pinterest.com)

Weiterhin sieht es immer noch gut aus für Kelly Minkin, die im Jahre 2015 zur Pokerspielerin des Jahres ernannt wurde.

 

Ebenfalls sind Kristen Bicknell, Loni Harwood und Jessica Dawley, die diesjährige Bracelet Gewinnerin der $1.000 Ladies No-Limit Hold´em Championship, noch dabei.

 

Weitere bekannte Spielerinnen, die noch beim Main Event mitmischen, sind Jamie Kerstetter, Maria Konnikova, Nadya Magnus, Liv Boeree, Lexy Gavin, Mina Greco, Lacey Jones, Jackie Glazier, Ema Zajmovic und Katie Stone Cappuccio.