, 25.03.2019

Der Nations Cup 2019 der International Federation of Match Poker (IFMP) wurde am 22. und 23. März im Boyne Hill House, County Meath, Irland, zum dritten Mal ausgetragen. Das sechsköpfige Team aus Deutschland erkämpfte sich die Bronze-Medaille. Die Goldmedaille ging an das Team aus der Ukraine, Irland belegte den zweiten Platz und sicherte sich die Silbermedaille.

 

Amateure und Profis reisten auch in diesem Jahr wieder nach Irland, um an einem Poker-Wettkampf der ganz besonderen Art teilzunehmen. Die IFMP fördert mit seinem Match Poker Format das Pokerspiel als Geschicklichkeitsspiel und Denksport.

 

Die Besonderheit des Nation Cups

Beim Nation Cup wird Poker auf eine andere Art und Weise gespielt. Hierbei soll das Geschick der Spieler ausschlaggebend für den Erfolg sein.

 

Es wird auch nicht um echtes Geld gespielt. Die siegreichen Mannschaften erhalten eine Medaille. Eine weitere Besonderheit ist die Auflage, dass in jeder Mannschaft mindestens auch eine Spielerin vertreten sein muss.

 

Die Teilnehmer nehmen an den Spieltischen Platz.

Gespielt wird jedoch nicht mit Chips, sondern mit einem Tablet oder Smartphone. Die Hole Cards, die an jedem Tisch die gleichen sind, werden dann an die Geräte gesendet. Außerdem beginnen alle Spieler jede Hand mit dem gleichen Stack. Auch die Gemeinschaftskarten sind an jedem Tisch die gleichen.

 

Wurde eine Hand gespielt, werden die Stacks verglichen. Die Mannschaften erhalten dann entsprechend ihrer Stacks Punkte. Nach einer Hand werden die Stacks auf ihre Anfangsgröße zurückgesetzt. Am Ende ist das Team mit den meisten Punkten der Sieger.

 

Das folgende Video [Video auf Englisch] veranschaulicht, wie Match Poker funktioniert:

 

Der Ablauf beim Nations Cup 2019

Das deutsche Team wurde von Stephan Kalhamer und dem Mannschaftskapitän Daniel Eylenfeldt von den Piranhas tus Berne e.V. zusammengestellt. Sven Kautermann vom Verein Ostseepoker-HSV Insel Usedom, ein Mitglied des deutschen Teams, erzählte über seine Eindrücke und die Abläufe.

Über Ostseepoker-HSV Insel Usedom

 

Sven Kautermann gründete vor fünf Jahren eine Mannschaft, mit der er an der Heads-up Liga teilnahm. Später schloss sich das Team dem Sportverein HSV Insel Usedom an.

 

Mittlerweile hat der Verein 14 Mitglieder. Mit zwei Mannschaften tritt der Verein unter anderem in der Heads-up Liga an.

Es seien sechs Teams an den Start gegangen. Eigentlich hätten acht Teams starten sollen, aber zwei hätten kurzfristig abgesagt. Die Teams seien aus Irland, der Ukraine, Deutschland, Indien und China gekommen. Weiterhin sei das Team Digital angetreten.

 

die deutsche Mannschaft Nations Cup 2019

Die deutsche Mannschaft beim Poker Nations Cup 2019. (Bild: facebook.com)

Er erzählte weiter, dass es insgesamt acht Sessions gegeben habe. Es hätten immer sechs Teams an einem Tisch gesessen.

 

An jedem Tisch saß immer versetzt ein Teammitglied. Jeder Teilnehmer eines Teams habe dann jeweils dieselben Hände erhalten.

 

Sven erzählte auch, dass im Unterschied zum klassischen Pokerspiel alles digital abgelaufen sei. Für ihn sei dies eine interessante Erfahrung gewesen, die auch zur Verbesserung seiner Poker-Skills beigetragen habe:

„Im Vorfeld hatten wir viele Trainings-Sessions. Wir haben uns sehr oft online getroffen und dafür trainiert. Dabei haben wir festgestellt, dass unsere Open Raise Ranges noch viel zu tight waren, auch bei 200 Big Blinds. Die Vorbereitung hat schon sehr viel gebracht.“

Sven fügte hinzu, dass er auf Usedom lebe und die Möglichkeiten zu spielen recht begrenzt seien. Es seien weite Anreisen notwendig, wenn er mit seinem Club etwas machen wolle. Die Teilnahme am Nation Cup 2019 sei eine interessante Erfahrung gewesen.

 

Der deutsche Poker Sportbund ist zufrieden mit dem dritten Platz, ließ aber verlauten, dass noch mehr möglich gewesen sei:

„Wir haben uns miteinander entwickelt. Wir sind miteinander gereist. Wir haben miteinander gekämpft, haben Phasen totaler Unsicherheit durchlebt und sind stets geschlossen geblieben. Bis zuletzt war alles möglich. Im Wohl wie im Wehe. Unser dritter Platz ist ok, mehr nicht.“

Poker: Glück oder Geschick?

Die Frage, ob Poker ein Glücksspiel ist oder ob es eher auf die Skills des Spielers ankommt, ist für die IFMP [Seite auf Englisch] klar. Die Organisation setzt sich für die Anerkennung des Pokerspiels als Sport ein und hat bereits eine Menge erreicht.

 

Mittlerweile hat Poker den Observer Status bei der Global Association of International Sports Federations erreicht, womit der erste Schritt getan sein dürfte. Das Match Poker Format soll seinen Beitrag für die Anerkennung des Pokerspiels als Denksport leisten.

 

In Deutschland ist Poker laut Gesetz immer noch ein Glücksspiel. Gelingt aber der Nachweis, dass die Fertigkeiten des Spielers und weniger der Glücksfaktor dominieren, ist es durchaus möglich, dass sich auch die gesetzlichen Regelungen ändern könnten.

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