, January 11, 2019

Dem Spanier Ramon Colillas gelang der erste große Poker-Sieg des Jahres. Er gewann auf den Bahamas die PokerStars Players NL Hold’em Championship (PSPC) und nimmt für seinen Sieg 5,1 Millionen US-Dollar mit nach Hause. Für das Turnier hatte er sich mit einem Platinum Pass qualifiziert, der ihm das Buy-in in Höhe von 25.000 US-Dollar ersparte.

 

Fesselnder Final Table

Das Finale der PSPC gestaltete sich außerordentlich abwechslungsreich und wurde im Heads-up zwischen dem Spanier und Julien Martini aus Frankreich entschieden.

 

Zuvor war mit Scott Baumstein der Chipleader des Vortages als Viertletzter Spieler ausgeschieden. Nach einem durchwachsenen Spiel stellte er mit Ah-9d gegen Kd-Qc von Julien Martinis All-in short. Das Board brachte Kc-8h-3h-4s und damit dem Franzosen ein Paar, sodass Baumstein den Tisch verlassen musste.

 

In der Folge machte Martini seine angriffslustige Spieltaktik zum führenden Chipleader. Den Vorsprung baute er weiter aus, nachdem er mit Marc Rivera den zweiten Besitzer eines Platinum Passes vom Tisch genommen hatte.

Mit Platinum Pässen zum Erfolg
Damit auch Amateure eine Chance auf die Teilnahme bei der PSPC haben, vergab Veranstalter PokerStars im Vorfeld des Events 320 Platinum Pässe. Für diese konnten sich Hobby-Pokerspieler weltweit bei Online-Turnieren qualifizieren. Die Sieger erhielten jeweils einen der begehrten Plätze, ohne das ansonsten anfallende Buy-in von 25.000 US-Dollar zahlen zu müssen.

 

Doch das sind noch nicht alle Vorteile des Platinum Passes. Neben der kostenlosen Teilnahme übernahm der Veranstalter auch anteilige Reisekosten sowie die Übernachtung in einem 5-Sterne-Hotel.

Marc Rivera musste mit As-3d: short stellen und ging All-in. Auf dem Board traf er Qs-7h-2d-10s-10d und hatte gegen Martinis Ad-Kh keine Chance. Jetzt blieben nur noch der Spanier und der mit 42 Millionen zu 19 Millionen Chips führende Julien Martini im Heads-up übrig.

 

In der Folge entwickelte sich ein hitziges Duell, bei dem Ramon Colillas seinen Rückstand nach und nach egalisierte. In der 35. Runde gelang dem Spanier der entscheidende Schlag. Hier traf Colillas mit Qc-5s am Board Ah-4h-Qh-Qd-5d und damit ein Full House. Dieses schlug Martinis 9h-6h-Flush, mit dem der bis zum River noch vorne gelegen hatte.

 

Ramon Colillas, Freundin

Colillas mit seiner Freundin Nesrin (Bild: PokerStars)

Obwohl er nun mit 14,6 Millionen zu 46,8 Millionen Chips hinten lag, kämpfte der Franzose verbissen weiter. Er stand schließlich jedoch bei nur noch 8,9 Millionen verbliebenen Chips mit dem Rücken zur Wand. Aus dieser schwachen Position open-pushte er sein finales Blatt aus Jc-9c.

 

Ramon Colillas callte daraufhin mit Ad-5s. Der Flop erbrachte 9d-8h-Ah, was dem Spanier das erste Pärchen brachte. Als dann am Turn nach 2c die 5d fiel, entlud sich bei Colillas die ganze angesammelte Anspannung.

 

Während sich Martini mit einem Lächeln und 2.974.000 US-Dollar vom Tisch verabschiedete, brach bei Ramon Colillas und seinen Anhängern grenzenloser Jubel aus. Der ehemalige Fitnesstrainer sagte nach dem kräftezehrenden Triumph:

Viele Spieler haben gesagt, dass es das wichtigste Turnier der Poker-Geschichte war. Ich bin unglaublich glücklich und möchte den Moment einfach nur genießen.

Zu den ersten Gratulanten gehörte seine Freundin Nesrin, die Colillas noch am Tisch mit einer überschwänglichen Umarmung begrüßte.

 

Der 30-Jährige aus Barcelona hat damit einen Platz in den Poker-Geschichtsbüchern sicher, denn ihm gelang der Erfolg als Qualifikant. Den nötigen Platinum Pass hatte sich Ramon Colillas zuvor bei Live-Turnieren in Spanien erspielt.

 

Rekordverdächtige Preisgelder

Die PSPC fand im Rahmen der PokerStars Caribbean Adventure auf den Bahamas statt und ist mit einem garantierten Preisgeldpool von acht Millionen US-Dollar eines der bestdotierten Pokerturniere der Saison.

Die Gewinnsummen am Final Table
1. Ramon Colillas 5.100.000 US-Dollar
2. Julien Martini 2.974.000 US-Dollar
3. Marc Rivera 2.168.000 US-Dollar
4. Scott Baumstein 1.657.000 US-Dollar
5. Jason Koonce 1.304.000 US-Dollar
6. Marc Perrault 1.012.000 US-Dollar
7. Farid Jattin 746.000 US-Dollar
8. Talal Shakerchi 509.000 US-Dollar

Das Event war auch für die Veranstalter ein voller Erfolg, denn bis zum Beginn hatten sich 1.039 Spieler angemeldet. Sie machten die PSPC damit zum größten $ 25.000 Buy-In-Turnier aller Zeiten und ließen den Preisgeldpool auf rekordverdächtige 26.455.500 US-Dollar anwachsen. Allein am Final Table wurden über 15 Millionen verteilt.

 

Auch andere Hobbyspieler überzeugten bei dem Turnier

Michael Robionek

Michael Robionek (Bild: Facebook)

Dass Amateure im Kreis der Profispieler Erfolg haben können, zeigte neben dem Sieger und dem Drittplatzierten auch Michael Robionek auf eindrucksvolle Weise. Der Deutsche belegte einen hervorragenden 21. Platz und kassierte dafür stattliche 150.600 US-Dollar.

 

Für das Turnier hatte sich der Hobby-Spieler aus Gelsenkirchen in einem Onlineturnier qualifiziert. Bisher hatte Robionek nur in der Freizeit zum Spaß gepokert, trotzdem zeigte er sich in den ersten Turniertagen am Tisch äußerst abgeklärt und spielte sich so unter die letzten 24 Teilnehmer.

 

Trotz seines Ausscheidens war Robionek absolut zufrieden über sein Erlebnis auf den Bahamas:

Es gibt keinen Grund, traurig zu sein. Ich war von der ersten Hand an ein Gewinner. Ich habe jede Minute hier genossen und hatte die Zeit meines Lebens.

Doch Michael Robionek ist nicht der einzige Platinum Pass-Gewinner aus Deutschland, der bei der PSPC erfolgreich war. Neben ihm kamen Felix Schneiders als 40. (Gewinnsumme: 69.100 US-Dollar) und Robert Heidorn (164. 25.450 US-Dollar) ebenfalls ins Geld.

 

Die gute Performance der Amateure zeigt sich auch darin, dass insgesamt 43 von ihnen unter die Top-180 kamen, die allesamt ein Preisgeld mit nach Hause nehmen durften. Unter ihnen war Robionek der vierterfolgreichste Spieler.