Samstag, 03. Dezember 2022

Neuer Matchfixing-Skandal im Tennis? Zwei Top-50 Spieler unter Wettbetrugs-Verdacht

Aslan Karatsev 2015 Tennis-Profi Aslan Karatsev wird das Matchfixing mehrerer Spiele vorgeworfen. (Bild: Flickr/Steven Pisano; CC BY 2.0)

Im Tennis sorgt derzeit ein neuer mutmaßlicher Matchfixing-Skandal für Negativ-Schlagzeilen. Nach Informationen des ZDF sollen die Top-50-Spieler Nikoloz Basilashvili und Aslan Karatsev sowie ihr Trainer in Spielmanipulation und Wettbetrug verwickelt sein. Dies berichtete das ZDF am gestrigen Sonntag.

Schwere Vorwürfe an Trainer Yatsik

Aus den Ermittlungsakten des Tennisweltverbandes ITF, die dem ZDF vorlägen, gehe hervor, dass der Trainer Yahor Yatsik Spielern in der Vergangenheit Geld angeboten habe, um Spiele zu manipulieren. Er sei der Coach beider Spieler gewesen, die nun des Matchfixings verdächtigt würden.

Den Russen Aslan Karatsev (Nr. 42 der Weltrangliste) habe er von 2018 bis 2021 betreut. Mit dem Georgier Nikoloz Basilashvili (Nr. 26 der Weltrangliste) sei der Trainer ab dem Jahr 2013 anderthalb Jahre lang gereist.

Ein osteuropäischer Trainer, der anonym bleiben wolle, habe dem ZDF gegenüber erklärt, Yatsik sei seit Jahren in Wettbetrug involviert. Er arbeite dabei jedoch nicht allein, sondern mit Personen zusammen, die in Spielmanipulation in Osteuropa und Russland verwickelt seien.

Stets suche er nach jungen Tennisspielern und -spielerinnen, die finanzielle Probleme hätten oder aus anderen Gründen leicht überzeugbar seien. Der anonym bleibende Trainer erklärte weiter:

„Yatsik hat mit beiden Spielern eng zusammengearbeitet, hat sie jahrelang beobachtet. Sie sind beide unglaublich talentierte Spieler. Aber sie hatten finanzielle Probleme am Anfang und auch große Schwächephasen, sind im Ranking abgerutscht. Er hat sie jeweils in einem kritischen Moment in ihrer Karriere angesprochen."

Der Russe Aslan Karatsev sei dem ZDF zufolge in fünf mutmaßlich manipulierte Matches verwickelt gewesen, bei denen es ungewöhnliche Wettausschläge gegeben habe.

ATP-Turnier in Stuttgart manipuliert?

Zwei der betroffenen Spiele seien in den Zeitraum der Zusammenarbeit mit Trainer Yatsik gefallen.

Die beiden Matches, an denen Yatsik und Karatsev beteiligt waren und die nun unter Verdacht der Spielmanipulation fallen, rücken nicht erst jetzt in den Fokus der Aufmerksamkeit der Medien. Es handele sich bei den Spielen um ein Doppel, das 2019 in Finnland ausgetragen worden sei, sowie um ein weiteres Doppel, das 2020 in Kasachstan stattgefunden habe. Im Jahr 2020 seien Yatsik und Karatsev von der Polizei in Frankreich während der French Open bereits einmal verhört worden. Seitdem sei nichts mehr in dem Fall passiert.

Das letzte Spiel, das Karatsev manipuliert haben soll, sei das ATP-Turnier in Stuttgart gewesen. Die Ausrichter des Turniers hätten dem ZDF gegenüber erklärt, von einer möglichen Spielmanipulation nichts gewusst zu haben. Das Monitoring-Unternehmen Sportradar jedoch habe bestätigt, dass die Matches von Karatsev analysiert worden seien. Allerdings sei eine Auskunft diesbezüglich aufgrund der bestehenden Verträge mit dem Weltverband und der International Tennis Integrity Agency (ITIA) nicht möglich.

Ob sich der Verdacht der Spielmanipulation im vermuteten beträchtlichen Ausmaß tatsächlich erhärten wird, bleibt daher abzuwarten. Bislang habe sich die ITIA nicht zu der Angelegenheit geäußert. Die Frage, warum Karatsev und Yatsik trotz der Ermittlungen der französischen Behörden nicht suspendiert worden seien, sei bislang ebenfalls unbeantwortet geblieben.

In Bezug auf Nikoloz Basilashvili sei lediglich aus russischen Medien bekannt, dass bei der ITIA ein Verfahren wegen Matchfixings laufe.