, 07.07.2021

In Deutschland zählt das Glücksspiel für viele Menschen zur regelmäßigen Unterhaltung. Das ist das Ergebnis einer am Dienstag veröffentlichten YouGov-Umfrage. Ihr zufolge geben 27 % der Befragten an, in jedem Monat Geld für Glücksspiel und Wetten auszugeben.

 

Rund 16 % ließen sich ihr Hobby monatlich bis zu 25 Euro kosten, während 11 % sogar noch mehr Geld für Spiele und Wetten ausgäben. Da Lotterien in der Erhebung nicht enthalten sind, dürften die tatsächlichen Zahlen noch um einiges höher liegen.

Eine weitere YouGov-Studie zeigt, wie kontrovers das Glücksspiel in der Bevölkerung gesehen wird. So gaben YouGov zufolge 60 % der Befragten an, der Branche kritisch gegenüberzustehen. Eine neutrale Einstellung zeigten 20 % und lediglich 16 % erklärten, ein positives Verhältnis zum Glücksspiel zu haben.

Beliebt bei den Spielern seien Sofortgewinnspiele wie Rubbellose, die von 8 % gespielt würden. Dazu zockten 5 % gerne an Spielautomaten und 4 % ließen sich am Pokertisch nieder.

 

Auch Sportwetten sind YouGov zufolge sehr populär. Besonders beliebt seien Wetten auf Fußballspiele, die von 35 % aller Spieler in den letzten 12 Monaten platziert worden seien. Dahinter folge Tennis, auf das 9 % der Spieler gesetzt hätten.

 

Dabei hätten Männer häufiger Wetten abgeschlossen als Frauen. Von ihnen wetteten im vergangenen Jahr lediglich 22 %, wohingegen 45 % der männlichen Spieler bei einem Buchmacher gespielt hätten.

 

Das Ziel: Einblicke in der Spielerverhalten

Die Umfrageergebnisse sind Teil eines neuen Analyse-Tools, das von YouGov für den globalen Glücksspielmarkt entwickelt wurde. Die aus rund 500.000 jährlich geführten Interviews gewonnen Daten sollen Anbietern einen besseren Einblick in das Spielerverhalten geben.

Oliver Rowe, bei YouGov für den Entertainment-Bereich zuständig, erklärte zu dem Tool:

Das Glücksspiel ist eine so gewichtige Branche, dass Marken und Partner es verdienen, genaue und stets aktuelle Daten zur Verfügung zu haben. (…) Dieses Tool ist ein wichtiger Schritt, um Gespräche, weg von generischen Vorstellungen über Glücksspiel und hin zu nuancierteren Sichtweisen unterschiedlichster Verbraucher innerhalb dieser Branche zu führen.

Mit der Software könnten Branchenvertreter künftig sehr viel genauer das Verhalten von Spielern nachverfolgen. Zudem versorge das Tool die zahlenden Nutzer mit Daten zu Demografie, Mediennutzung und Glücksspielaktivitäten der Nutzer. Auf diese Weise ließen sich Zielgruppen und ihre Interessen präzise definieren. Dies erleichtere die Steuerung von Werbekampagnen und Sponsoring-Aktionen.