Montag, 26. September 2022

Britische Glücksspiel-Studie: Kaum Zustimmung zu Bonitäts­prüfungen

Spieler lehnen Bonitätsprüfungen ab (Bild: Pixabay) Geldscheine und Taschenrechner unter Lupe Spieler lehnen Bonitätsprüfungen mehrheitlich ab (Bild: Pixabay)

In Großbritannien wird derzeit intensiv über eine Reform der Glücksspielgesetzgebung diskutiert. Der Glücksspielverband Betting and Gaming Council (BGC) veröffentlichte am Donnerstag die Ergebnisse einer YouGov-Umfrage, der zufolge eine Mehrheit der Spieler diese Prüfungen ablehnt.

Demnach seien lediglich 16 % der Spielenden zu Bonitätsprüfungen bereit. Hingegen hätten 58 % erklärt, ihre finanziellen Verhältnisse nicht von Online-Casinos und Sportwetten-Anbietern durchleuchten lassen zu wollen.

Überwiegende Skepsis

In Bezug auf die Wirkung von Bonitätsprüfungen herrsche unter Glücksspielern überwiegend Skepsis. So seien 59 % der Meinung, dass diese nicht dem Spielerschutz dienten. Darüber hinaus ginge mit 51 % mehr als die Hälfte der Befragten davon aus, dass Spieler durch derartige Checks zu illegalen Anbietern wechseln könnten.

Der BGC betonte in einem Statement, die Glücksspielreform grundsätzlich zu befürworten. Diese biete eine einmalige Gelegenheit, um für höhere Standards und einen besseren Spielerschutz zu sorgen. BGC-Boss Michael Dugher warnte jedoch davor, die Prüfungen in das Reglement miteinzubeziehen. Er erklärte in einem Statement:

Die Minister haben erklärt, dass es sich um einen evidenzbasierten Prozess handeln wird, und diese Ergebnisse sind ein Weckruf, der die potenziellen Gefahren pauschaler Bonitätsprüfungen für jeden, der gerne spielt, aufzeigt.

Dies sei nicht gleichbedeutend mit einer Ablehnung des Einsatzes neuer Technologien zum Spielerschutz. Der Verband sei der Auffassung, dass diese hervorragend dazu geeignet seien, problematisches Glücksspielverhalten zu identifizieren.

Noch immer viele Spielsüchtige

Ein solches Vorgehen sei noch immer nötig, obwohl der Anteil der Spielsüchtigen in der britischen Bevölkerung laut Glücksspielbehörde UKGC in den vergangenen zwölf Monaten von 0,6 % auf 0,3 % gefallen sei. Allerdings sei „jeder Problemspieler einer zu viel“, so Dugher.

Auch in Deutschland sind Glücksspiel-Bonitätsprüfungen im Gespräch. Diese sind für die Anbieter und ihre Kunden grundsätzlich nicht verpflichtend, werden jedoch von Dienstleistern wie der Schufa angeboten. Die Wirtschaftsauskunftei vermarktet ihre Glücksspielauskunft mit dem Hinweis, dass diese für Anbieter eine gute Möglichkeit zur Gewährleistung von „Spielerschutz und Rechtssicherheit“ darstelle. Das System könne insbesondere dann zum Einsatz kommen, wenn Spieler ein höheres Einsatzlimit als die vorgeschriebenen 1.000 Euro im Monat beantragten.

Dugher rief die Regierung dazu auf, bei der anstehenden Reform zwischen den Bedürfnissen der Problemspieler und den Wünschen der großen Mehrheit der verantwortungsvoll Spielenden richtig abzuwägen. Sollten diese durch zu rigide Maßnahmen in die Arme von Schwarzmarkt-Anbietern getrieben werden, verlören sie den Spielerschutz, den ihnen die lizenzierten Betreiber böten.