, 28.10.2019

Der US-Präsidentschaftskandidat Andrew Yang (44) von der Demokratischen Partei hat sich am Samstag auf Twitter für eine landesweite Legalisierung von Online Poker ausgesprochen. Dies sei sowohl für die Anbieter als auch für die Spieler vorteilhaft.

 

So hieß es in seinem Post:

„Online Poker ist in 4 Staaten legal. Die staatlichen Regeln sind unterschiedlich und bringen viele Spieler auf ausländische Webseiten. Wir sollten klare Regeln aufstellen und Poker in allen 50 Staaten legalisieren. US-amerikanische Spieler und Unternehmen würden davon profitieren und neue Steuereinnahmen könnten zur Bekämpfung der Sucht eingesetzt werden.“

 

Damit dürfte Yang das Wohlwollen vieler Wähler gewonnen haben, denn Poker gehört neben Baseball zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten in den Vereinigten Staaten.

Online Glücksspiele sind in den USA auf Bundesebene nicht mehr illegal, seit der Oberste Gerichtshof [Seite auf Englisch] der Vereinigten Staaten im Mai 2018 den „Professional and Amateur Sports Protection Act of 1992“ (PASPA) für verfassungswidrig erklärte. Seitdem ist es den US-Bundesstaaten möglich, eigene gesetzliche Bestimmungen bezüglich Online Sportwetten und Glücksspiel zu erlassen.

 

Allerdings werden Online Poker Plattformen derzeit nur in New Jersey, Nevada und Delaware betrieben. Der Bundesstaat Pennsylvania, der das Online Glücksspiel im Jahre 2018 legalisiert hat, wird voraussichtlich auch bald Poker im Internet regulieren.

Poker Community reagiert mit Zustimmung

Die Poker Community reagierte positiv auf Yangs Tweet. So sprach sich der kanadische Poker Pro Daniel Negreanu für den Kandidaten Yang aus. Negreanu twitterte, dies sei genau der richtige Kandidat für Pokerspieler, die die Freiheit haben wollten, Poker von zu Hause aus zu spielen. Am Ende seines Tweets fügte der Poker Pro den Hashtag #YangGang hinzu.

 

Rob Yong, der Chef von partypoker, sandte Gebets-Emojis als Antwort auf Yangs Tweet. Poker-Vlogger Joey Ingram nutzte sogar die Gelegenheit, dem Kandidaten eine Einladung auf seine YouTube-Show zu senden, die Yang sogar annahm. Er sagte, dass Poker in den USA dringend einer Regulierung bedürfe, denn die Spieler müssten aktuell unregulierte Webseiten nutzen, auf denen sicheres Spiel nicht möglich sei:

 

 

Phil Galfond, der Betreiber der Online Poker Plattform Run it Once,  twitterte:

„Ja! & Was die meisten außerhalb des Pokerspiels nicht merken, ist, dass VIELE Sites immer noch in den USA betrieben werden, aber weil es verboten ist, sind es gerade diese, die alle Vorschriften ignorieren, einschließlich verantwortungsvolles Spielen, Sicherheit, Geldwäsche usw.

Legales Poker macht Amerikaner sicherer!“

Könnte Andrew Yang Chancen auf das Präsidentschaftsamt haben?

Andrew Yang ist der Sohn taiwanesischer Einwanderer und lebt mit seiner Familie in New York. Dort ist er als Unternehmensjurist, Startup-Unternehmer im Gesundheitswesen, CEO von Manhattan Test Prep und Gründer und CEO der gemeinnützigen Organisation „Venture for America“ tätig.

 

Als Sohn einer Mathematikerin und eines promovierten Physikers sowie durch seinen Wahlspruch „Make America Think Harder (MATH)“ könnte Yang eine noch größere Anziehungskraft auf die Poker Community ausüben.

 

Donald Trump

Wird Donald Trump 2020 abgelöst? (Bild: flickr.com/Gage Skidmore)

Allerdings könnten die Chancen für den Anwärter auf das Präsidentschaftsamt als niedrig eingeschätzt werden. Umfragen ergaben, dass 17 % der Wähler der Meinung seien, dass Yang den amtierenden Präsidenten schlagen könnte.

 

52 % sagten aus, dass der New Yorker Geschäftsmann Donald Trump unterliegen werde.

 

Auch gibt es einige Kandidaten in den Reihen der Demokraten, deren Chancen größer sein dürften. Dazu zählen unter anderem der parteilose US-Senator Bernie Sanders, der ehemalige texanische Abgeordnete Beto O’Rourke, die Juristin und Professorin Elizabeth Warren aus Massachusetts, die demokratische US-Senatorin Kamala Harris sowie der frühere US-Vizepräsident Joe Biden.

 

Trotz seiner Außenseiterrolle konnte Yang großes Interesse der Wählerschaft auf sich ziehen. Unter anderem unterstützt er das bedingungslose Grundeinkommen. Es ist durchaus auch möglich, dass er durch seine Aussage, das Pokerspiel legalisieren zu wollen, noch weitere Anhänger gewinnen konnte. Wie es sich letztendlich in den Wahlen niederschlagen wird, bleibt abzuwarten.

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