, 02.12.2019

Japans ausländische Casino-Besucher werden ihre Glücksspielgewinne womöglich direkt vor Ort versteuern müssen.

 

Die japanische Flagge in einer Hand

Viele Glücksspielfirmen interessieren sich für Japan. (Quelle: Pixabay)

Wie die Tageszeitung Japan Times am Sonntag berichtete, plane Japans Regierung die Einführung einer Quellensteuer, die parallel zur Eröffnung der ersten Casinoresorts im Lande implementiert werden könnte.

 

Experten rechnen damit, dass die ersten Großcasinos bereits in den nächsten 5 bis 10 Jahren eröffnen.

 

Die Abgabe soll verhindern, dass Besucher hohe Glücksspielgewinne ins Ausland ausführen, ohne diese vorher in Japan versteuert zu haben.

 

Der Staat befürchte, dass sich ein Eintreiben der Steuern im Ausland ansonsten als schwierig erweise.

 

Länder wie die Schweiz und die USA haben schon vor Jahren Quellensteuern für Glücksspielgewinne etabliert. Hierbei wird ein prozentualer Teil des Bruttogewinns vom Glücksspielanbieter einbehalten und direkt an den Staat abgeführt.

Keine Steuer für Casino-Besucher in Deutschland

Im Gegensatz zu Ländern wie den Vereinigten Staaten wird in Deutschland keine Quellensteuer auf Glücksspielgewinne erhoben, das heißt Gewinne in Casinos und bei Lotterien sind steuerfrei und werden vollumfänglich ausgezahlt. Etwaige Einkommenssteuern, die lediglich bei gewerblich operierenden Profispielern erhoben werden können, werden bei Freizeitspielern und ausländischen Besuchern nicht eingetrieben.

 

Völlig bürokratielos ist ein hoher Gewinn für reisende Glückspilze aber trotzdem nicht. Wer mit mehr als 10.000 Euro unterwegs ist, muss die Barmittel beim Grenzübertritt beim Zoll anmelden. Ansonsten droht ein Ordnungswidrigkeitsverfahren.

 

Ausnahmen gelten für Spielchips: „Kasino-Spielmarken“, die in Casinos verwendet werden, gelten nicht als Barmittel.

Welche Steuervorschriften sollen für japanische Spieler gelten?

 

Neben der Einführung einer Quellensteuer für Ausländer denken die japanischen Steuerexperten derzeit auch über eine mögliche Abgabe für einheimische Zocker nach.

 

Spielchips in einer Hand

Spielchips gelten in Deutschland nicht als Barmittel. (Quelle: Pixabay)

Nachdem Japans Regierung im Rahmen eines Zwei-Phasen-Plans die Erlaubnis zum Bau integrierter Casino-Resorts im Lande erteilt hat, muss nun entschieden werden, ob und wie die Gewinne der ortsansässigen Glücksspieler versteuert werden müssen.

 

Ein Vorschlag orientiert sich dabei an den Steuerregelungen für japanische Pferdewetten. Hier bestimmt sich die Höhe der Spielerabgabe an der Differenz zwischen eingesetztem Wettbetrag und ausgezahltem Gewinnbetrag.

 

Ähnlich diesem System könnten Japans Casino-Resorts in Zukunft über alle Spielchip-Ankäufe und Auszahlungen eines Spielers Buch führen müssen. Die Steuerabgabe könnte sich dann nach der Höhe des bereinigten Gewinns an Spieltischen und Automaten richten. Welche Steuerregelungen für japanische Zocker obligatorisch werden, soll sich bis zum Jahre 2021 entscheiden. Bis dahin will die japanische Regierung die weitreichende Steuerreform durchführen.

 

Für Casino-Betreiber und Investoren dürfte sich der Zeitraum als Anspannungsphase gestalten. Schließlich könnte nicht zuletzt die Höhe der Steuerabgaben darüber entscheiden, wie viele Gäste tatsächlich den Besuch in einem Casino als profitabel erachten.

 

Glücksspiel-Kommission soll Casinos in Japan überwachen

 

Während in Japan aktuell über ein neues Steuerregime für Casinos und Spieler diskutiert wird, hat das japanische Parlament am Freitag die Personalnominierungen für eine geplante Casino Management-Kommission bestätigt.

 

Sie soll aus einer fünfköpfigen Expertengruppe bestehen und im Januar 2020 ihre Arbeit aufnehmen. Aufgabe der Kommission wird es unter anderem sein, den Vergabeprozess für Glücksspiellizenzen zu überwachen und die Geschäfte der ausländischen Investoren auf ihre Regelkonformität zu prüfen.

 

Ferner gehöre es zur Rolle der Kommission, die Auswirkungen des Glücksspiels auf die Gesellschaft zu studieren, so der Branchenexperte Niall Sean Murray:

„Sie sind besorgt darüber, dass organisierte Kriminalität, Geldwäsche und andere kriminelle Aktivitäten unterbleiben (…). [Die Behörden] werden sicherstellen, dass sie alles in ihrer Macht Stehende tun, um sicherzustellen, dass dies eine positive Sache für die Wirtschaft ist und dass es nur minimale negative Auswirkungen haben wird.”

Die neue Casino-Aufsicht unter Führung des erfahrenen Juristen Michio Kitamura (67) wird auf fünf Jahre gewählt und agiert als unabhängige Behörde mit einem Stab von 100 Angestellten. Zu ihr gehören auch Experten für Steuerrecht.