, 17.02.2021

Der australische Glücksspielkonzern Crown Resorts hat heute mitgeteilt, dass die Glücksspielbehörde des Bundesstaates Western Australia eine Untersuchung seines Casinos in Perth eingeleitet habe. Erst einen Tag zuvor erhielt der Casino-Betreiber die schriftliche Bestätigung der New South Wales Independent Liquor and Gaming Authority (ILGA), er sei nicht für eine zweite Casino-Lizenz in Sydney geeignet.

 

Wie aus der Pressemitteilung von Crown Resorts [Seite auf Englisch] hervorgeht, sei die Untersuchung des Casinos in Perth eine Folge des Abschlussberichtes der Richterin Patricia Bergin. Diese hatte 18 Monate lang die Eignung von Crown Resorts für eine Lizenz für das in Sydney errichtete Barangaroo Casino geprüft.

Der sogenannte „Bergin-Bericht“ enthüllte zahlreiche Verfehlungen von Crown Resorts, darunter die Verwicklung in Geldwäsche. Außerdem werden dem Glücksspielkonzern Verbindungen zu Junket-Betreibern vorgeworfen, die High-Roller aus China in die Crown Casinos bringen sollten und denen zum Teil die Verbindung zu kriminellen Organisationen vorgeworfen wird.

 

Richterin Bergin erklärte im Bericht, bis Crown Resorts als geeigneter Casino-Betreiber angesehen werden könne, müsse das Unternehmen tiefgreifende Änderungen vollziehen. Dies bedeutet für Crown Resorts, dass sein millionenschweres Barangaroo Casino in Sydney derzeit nur als Luxushotel betrieben werden darf.

Nun wolle die Gaming and Wagering Commission of Western Australia, prüfen, inwiefern Crown Resorts für eine Casino-Lizenz in Perth geeignet sei. Außerdem soll untersucht werden, ob das Crown Perth angemessen auf die Bergin-Untersuchung reagiert habe. Im Fokus stehe zudem die Eignung „enger Mitarbeiter“.

 

Interessenskonflikte und Geldwäsche im Fokus der Untersuchung

 

Im Zuge des Bergin-Berichts geriet Michael Connolly, der leitende Casino-Beauftragte der Regierung von Western Australia, in Negativschlagzeilen. Er soll in enger Beziehung zu Mitarbeitern des Crown-Casinos in Perth gestanden haben.

 

Über fünf Jahre lang soll der für die Casino-Regulierung zuständige Beamte mit einem Mitarbeiter der Rechtsabteilung unter anderem angeln gegangen und befreundet gewesen sein. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe trat Connolly zurück. Die Glücksspielbehörde habe er formell über den Interessenskonflikt informiert.

 

Ein weiterer brisanter Teil der Bergin-Untersuchung, der zur jetzigen Prüfung in Western Australia geführt haben dürfte, behandelt das Thema Geldwäsche in Perth. Dem Bericht zufolge sei Geld einer Mantelgesellschaft namens Riverbank im Casino gewaschen worden.

 

Bei der Untersuchung wolle Crown laut Pressemitteilung uneingeschränkt mit der Regulierungsbehörde von Western Australia zusammenarbeiten. Helen Coonan, die nach dem Rücktritt von Ken Barton die Rolle der Crown-Geschäftsführerin übernommen hat, erklärte:

Crown ist entschlossen, bei allen Regulierungsbehörden eine konstruktive Rolle zu übernehmen, da es daran arbeitet, das Vertrauen der Öffentlichkeit und der Behörden in seine Geschäftstätigkeit wiederherzustellen.

Ob es Crown Resorts gelingen wird, seine Lizenz in Perth zu behalten, dürfte sich in rund vier Monaten zeigen. Innerhalb dieses Zeitraums soll die Untersuchung abgeschlossen werden.