, 11.09.2020

Die australische grüne Partei ACT Greens hat am Donnerstag in einer Pressemitteilung bekanntgegeben, ein Netzwerk von Clubs ohne Spielautomaten in der Hauptstadt Canberra etablieren zu wollen.

 

Auf diese Weise soll die Gemeinschaft wieder in den Mittelpunkt gerückt und die Abhängigkeit der Clubs von den Einnahmen durch Automatenspiele verringert werden. Derzeit generierten die Clubs noch einen erheblichen Teil ihrer Umsätze durch die sogenannten „Pokies“.

Staatlich geförderte Clubs ohne Spielautomaten

 

Gastronomen, die sich dem Projekt der ACT Greens anschließen wollen, sollen mit staatlichen Subventionen gefördert werden. Das Geld ist für folgende Investitionen gedacht:

  • Anmietung geeigneter Räumlichkeiten
  • Aufrüstung der Küchen für qualitativ hochwertige gastronomische Angebote
  • Bereitstellung von Konzert- und Veranstaltungsräumen
  • Angebot sicherer Unterhaltungsmöglichkeiten
  • Unterstützung von Gemeinden in Canberra, die keine eigenen Clubs haben

Die BürgerInnen Canberras sollen mehr Clubs ohne Pokies genießen können. Sie sollen laut den ACT Greens zu einem sicheren Ort werden, an dem Kinder spielen und Familien und Freunde zusammenkommen könnten.

 

Kampf gegen Spielsucht

Neben der Einrichtung von Clubs ohne Automatenspiele solle den Angaben in der Pressemitteilung [Seite auf Englisch] zufolge auch die Anzahl der Lizenzen für Spielautomaten von derzeit 4.000 auf 3.000 gesenkt werden.

 

Weiterhin sollen strengere Maßnahmen zur Schadensminimierung implementiert werden. So wolle die Partei unter anderem ein Einsatzlimit von 5 AUD und ein Ladelimit von 100 AUD durchsetzen.

 

Die Sprecherin von ACT Greens Gaming Harm, Rebecca Vassarotti, kommentiert:

In schwierigen Zeiten wissen wir, dass wir bestimmte Maßnahmen einführen müssen, um das Risiko von Spielschäden für Einzelpersonen und Familien zu verringern. Die Community erwartet von uns, dass wir Maßnahmen ergreifen, um das Ausmaß von Spielschäden in unserer Community zu verringern. […]

Verband der Clubbetreiber: Grüne zerstören Clubs und vernichten Jobs

Der Verband der Clubbetreiber hingegen kommentierte, dass die Spieleinnahmen in den letzten 15 Jahren um fast 60 % gesunken seien. Rund 15 Clubs hätten bereits schließen müssen, davon allein fünf in der jetzigen Wahlperiode.

 

Der CEO des Verbands der Clubbetreiber ClubsACT, Gwyn Rees, kommentierte in einem Interview mit Canberra City News die Pläne der Grünen:

Es wird viele hundert Arbeitsplätze kosten, insbesondere für junge Leute, aus denen unser Clubsektor besteht. Es wird sogar noch mehr Arbeitsplätze in unserer Lieferkette kosten.

Laut Rees wollten die ACT Greens die Clubs und die dort beschäftigten Personen auslöschen, während sie gleichzeitig ihre angebliche Unterstützung für den Sektor ankündigten.