, 16.08.2020

In Australien steht ein Mann vor Gericht, der seinen Arbeitgeber um einen mehrstelligen Millionenbetrag erleichtert haben soll, um seine Wettleidenschaft zu finanzieren. Dem 55-jährigen Paul John Montgomery wird vorgeworfen, über 10 Mio. Australische Dollar (AUD, umgerechnet 6,1 Mio. Euro) von den Konten des Tiefbauunternehmens RDS gestohlen zu haben.

 

Auch den Grund für die Entwendung des Millionenbetrags meinen die Behörden zu kennen. Dazu erklärte der leitende Polizeibeamte John Shilton gegenüber lokalen Medien:

Es wird vermutet, dass diese Mittel zur Finanzierung von Glücksspielen, Immobilienkäufen sowie persönlichen Ausgaben und Ausgaben für den Lebensstil verwendet wurden.

Dabei soll ein hoher Anteil des unterschlagenen Geldes ins Glücksspiel und insbesondere in Sportwetten geflossen sein.

 

Ein begehrter VIP-Kunde

Einem Bericht des australischen Nachrichtensenders ABC [Seite auf Englisch] zufolge soll Montgomery gleich bei mehreren Buchmachern VIP-Kunde gewesen sein.

 

Im Gegenzug für seine abgeschlossenen Wetten soll Montgomery von den Anbietern unter anderem mit hochpreisigen Tickets für Sport-Events wie das mit Millionenpreisgeldern dotierte Cox Plate-Pferderennen umgarnt worden sein.

 

Der mit dem Fall betraute Hauptkommissar Adam Bennett betonte gegenüber ABC, dass die Rolle der Buchmacher bei dem Betrug ebenfalls Gegenstand der Ermittlungen werden könne. Derzeit werde geprüft, wohin die Summen geflossen seien.

Den Anklägern zufolge sollen sich die Vergehen auf den Zeitraum zwischen 2007 und 2017 erstrecken. In dieser Zeit habe Montgomery Gelder von Bankkonten seines Arbeitgebers RDS auf seine privaten Konten umgeleitet. Montgomery sei seit 2004 bei dem von ihm schwer geschädigten Unternehmen beschäftigt gewesen.

 

Die Besitzer der familiengeführten Firma seien ihm auf die Schliche gekommen, nachdem sie einen Privatermittler engagiert hätten, um Unregelmäßigkeiten auf ihren Geschäftskonten nachzugehen. Nach Montgomerys Festnahme erklärte Wayne Gurney, einer der Besitzer, er „fühle sich erleichtert.“

Nun muss Montgomery sich wegen Betruges vor Gericht für die Diebstähle verantworten. Am 13. August war vor einem Gericht in Brisbane Anklage gegen den Spieler erhoben worden. Die Ermittler zeigten sich zuversichtlich, dem Angeklagten seine Taten nachweisen zu können.

 

Nach der Anhörung kam Montgomery gegen Zahlung einer Kaution bis zur Verhandlung frei. Er muss am 7. September wieder vor Gericht erscheinen. Im Falle einer Verurteilung droht ihm eine mehrjährige Haftstrafe.

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