, 21.07.2020

Ein Mann aus Kalifornien soll sich Coronahilfen in Millionenhöhe erschlichen und das Geld dann unter anderem in Casinos verspielt haben. Dies gab das US-amerikanische Justizministerium in einer Pressemitteilung bekannt. Nun droht dem 40-Jährigen eine langjährige Gefängnisstrafe.

 

Wochenendtrip nach Las Vegas

 

US-Ermittler werfen Andrew Marnell vor, im Rahmen des staatlichen Paycheck Protection Programs (PPP) unrechtmäßig Coronahilfen in Höhe von bis zu 9 Mio. US-Dollar ergaunert zu haben.

 

Der Mann aus Los Angeles soll für seinen Betrug eine Vielzahl von Dokumenten gefälscht und diverse falsche Identitäten genutzt haben. Die Gelder habe er anschließend verspielt, so das Justizministerium in seiner Mitteilung:

In der Beschwerde wird ferner geltend gemacht, Marnell habe den betrügerisch erlangten Darlehenserlös auf sein Maklerkonto überwiesen, um riskante Börsenwetten abzuschließen, und in ähnlicher Weise Hunderttausende von Dollar betrügerisch erhaltener Darlehenserlöse in einem Las Vegas Casino ausgegeben.

Allein bei einem Wochenendtrip nach Las Vegas, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft, soll Marnell 150.000 USD der staatlichen Mittel verloren haben. Als Beweis hierfür dienten Aufnahmen der Sicherheitskameras des Bellagio, die den 40-Jährigen am 11. Juli 2020 beim Spielen an einem Blackjack-Tisch zeigten.

 

Zudem seien die Ermittler auf ein erst kurz zuvor eingerichtetes Wertpapierdepot des Mannes gestoßen. Über dieses habe er allein im vergangenen Mai rund 500.000 USD verloren.

 

Ermittlungen des FBI

 

Zunächst sei den örtlichen Finanzbehörden aufgefallen, dass die Gelder nicht in die angeblichen Unternehmen Marnells geflossen seien. Daraufhin hätten sie die Bundesbehörden informiert. Bei der Überprüfung der mit den PPP-Anträgen des Mannes eingereichten Namen und Sozialversicherungsnummern sei der Millionenbetrug dann aufgeflogen.

Das Paycheck Protection Program (PPP) ist ein 669 Mrd. USD-Programm der US-Regierung, das die wirtschaftlichen Folgen der COVID 19-Pandemie abfedern soll. Es gibt kleinen Unternehmen, Selbstständigen und bestimmten Organisationen die Möglichkeit, Personal- und andere Kosten mithilfe von Darlehen über die Coronazeit fortzuzahlen. Unter gewissen Voraussetzungen kann die Rückzahlung der Kredite teilweise oder vollständig erlassen werden.

Lokalen Medien zufolge [Seite auf Englisch] soll der 40-Jährige nicht zum ersten Mal einschlägig aufgefallen sein. So habe er im Jahr 2018 seinen Job als Analyst beim US-Finanzdienstleister Wells Fargo verloren. Damals soll er über eine Firmenkreditkarte Gelder seines Arbeitsgebers abgezweigt und ebenfalls ins Glücksspiel investiert haben.

 

Wann der Prozess gegen den derzeit in Untersuchungshaft befindlichen Mann beginnt, steht noch nicht fest. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 30 Jahre Haft.